12.04.2007

Kult - Winds Of War | 2006 | Debemur Morti | CD | Black Metal

Wenn sich eine Gruppe den Namen Kult verpasst, ist dies zweifelsohne ein waghalsiges Unterfangen. Die Italiener haben sich auf ihrem Debütalbum jedenfalls redlichste Mühe gemacht, schnörkellosen Black Metal zu spielen.

Nachdem der kurze Einklang Alpha seine Schuldigkeit getan hat, eröffnet Kult den Reigen mit dem kraftvollen und schleppenden Titellied Winds of war. Winds of war erschafft vom ersten Takt an eine große und dichte Atmosphäre, die vor allem dem ruhigen aber energischen Gesang (welcher übrigens auf dem gesamten Album positiv zu bewerten ist) sowie der guten, zum teil melodischen Gitarrenarbeit geschuldet ist. Das Riffing ist erstklassig: Superbe Riffs werden locker aus dem Ärmel geschüttelt, die einem das Blut gefrieren lassen. Im mittleren Teil wird das Tempo erhöht, stampfende und eingängigschnelle Arrangements folgen, bevor das Lied zum Ende hin wieder in den anfänglichen schleppenden Rhythmus verfällt und darin ausklingt.
Geradlinig schnell und rhythmisch eingängig geht es mit Guerriero di un tempo perduto weiter. Diese Schnelligkeit wird ebenfalls durch gute Riffs und eine langsame Passage in der Mitte angereichert. Ähnliches gilt auch für Torture. Das Lied ist vorwiegend schnell, dabei mal mehr stampfend und druckvoll oder eingängig und direkt.
In Seven blades (of the reaper), schimmert die alte Schule des Black Metals durch. Das Lied ist duchgängig in einem polternden, schleppenden Rhythmus gehalten, der dennoch eine gewisse antreibende Kraft hat. Dazu das passende, schrummige, dunkle Riffing, das gleichfalls eingängig strukturiert ist. Hierauf folgt mit Enstrangement ein sehr gelungenes Instrumentalstück, in dem Kult anpeitschend schnell aufspielt und Aphazel von Ancient, der auf diesem Album die Gitarren eingespielt hat, mit einer grandiosen Melodieführung begeistert.

Auch mit den verbleibenden Liedern kann Kult überzeugen. Die Stücke sind nach einem ähnlichen Muster gestrickt ohne dabei jedoch gleich zu klingen. Immer wieder fällt dabei die ausgesprochen gute Arbeit an den Gitarren auf. Es ist Kult ebenso gut gelungen, sowohl in den schnellen harten Stücken und Abschnitten, wie auch in den schleppenden und langsameren Passagen einen Abriss der Atmosphäre zu verhindern. Egal ob harsch, schnell und zerstörerisch oder polternd und rotzig, Kult hört sich einfach gut an.

Von daher haben sich die Italiener mit der Wahl des Namens nicht überworfen, auch wenn es natürlich anmaßend wäre, hierbei sogleich von einem Kult zu sprechen. Winds of war ist eine rundum gelungene Black Metal-Veröffentlichung, die neben der ordentlichen Leistung auch einige Höhepunkte beinhaltet, wie etwa das sehr starke Titellied Winds of war.

01. Alpha
02. Winds of war
03. Guerriero di un tempo perduto (Il Crepuscolo)
04. Torture
05. Seven blades (of the reaper)
06. Enstrangement
07. And forever winter
08. Final embrace
09. Darkness return
10. Omega

Dawn Of Destruction - Brighter Than A Thousand Suns | 2007 | Eigenproduktion | CDR | Death Metal

Anfang des Jahres erschien Brighter than a thousand suns, die zweite Veröffentlichung von Dawn of Destruction, einer ambitionierten Death Metal-Gruppe aus Deutschland.

Obwohl die MCD mit der Information ausgeliefert wird, dass die Gruppe von Größen wie Cannibal Corpse, Morbid Angel und Slayer beeinflusst ist, empfinde ich Brighter than a thousand suns dennoch erfrischend unverbraucht und eigenständig. Natürlich gibt es vereinzelte Elemente, die man schon mal woanders gehört hat, doch das stört nicht. Der Anteil daran ist gering.
Die Richtung in die es Dawn of Destruction zieht ist klar: brutaler aber spielerischer Death Metal. Der Grundton ist ein schneller und brachialer, doch statt dies – wie zumeist – trocken und technisch zu verwirklichen, lässt es Dawn of Destruction etwas lockerer angehen und reichert die Musik mit vielen spielerischen Anleihen an. So schimmert immer wieder mal eine leicht thrashige Note durch, wie etwa in The denial, in dem das harte Riffing mit einem flotten Soli kombiniert wurde. Das Gitarrenspiel ist generell sehr lebendig und abwechslungsreich. Mal ist es sehr technisch und trocken, andernorts hingegen ist es flüssig und schön schrummig.
Schrummig und leicht verwaschen ist auch der Klang, was gut zur spielerischen Atmosphäre passt und womit sich Dawn of Destruction auch auf einem eigenständigen Standpunkt positioniert, da auf eine glasklare aber identitätslose Produktion verzichtet wurde, wie man sie von nahezu jeder neuen Death Metal-Veröffentlichung her kennt. Abgerundet wird diese eigenständige Atmosphäre vom Gesang, der zwar abwechslungsreich ist, aber in seiner Primärform kehlig, dunkel und ein wenig rauchig klingt. Die Höhen und Tiefen in der Betonung kommen dabei deutlich zur Geltung.

Brighter than a thousand suns ist eine gute und abwechslungsreiche Veröffentlichung, die zeigt, dass Dawn of Destruction nicht krampfhaft versucht, einfach nur brutal zu klingen. Stattdessen gibt es neben dem bleiernen Geschrammel auch gute spielerische Anteile, die schön anzuhören sind. So wie Dawn of Destruction auf dieser MCD klingt, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass die Gruppe live sehr gut und mitreißend rüberkommt.

01. Burn your cross
02. Brighter than a thousand suns
03. The denial
04. Once
05. The dualism
06. The dices are fallen

11.04.2007

Amystery - Extermination, Followed By Cryptic Silence | 2007 | Pestilence Records | CD | Black Metal

Extermination, followed by cryptic silence ist nicht nur das Debütalbum sondern auch die allererste Veröffentlichung von Amystery überhaupt. Der Vierer, in dem Schlagzeuger Malphas von Lunar Aurora und Sänger Nephesus von Lost Life mitwirken, hat sich dem grimmigen Black Metal der alten Schule verschrieben.

Dies wird sogleich mit dem Auftaktstück Voices from the crypts deutlich, welches dezidiert antreibend seinen Lauf nimmt und durch das dunkle, phasenweise ein wenig schrummig klingende Riffing auffällt, was mich in der Anfangsphase ein wenig an Darkthrone erinnert. Aber keine Sorge, es handelt sich hierbei keineswegs um einen Klon! Alsbald geht dieses schrummige, dunkle und kraftvolle Riffing in ein schnelleres und helleres über, was mit leichten Rhythmuswechseln und gesanglichen Variationen kombiniert wurde. Weniger durchdrungen von atmosphärischer Kälte und Schnelligkeit ist Deep in the abyss of a tortured soul, das bedrohlich und schleppend beginnt und in dem sich dann diese dunklen, schleppenden Passagen mit schnellen, eingängigen Parts abwechseln.

Rhythmisch sehr interessant ist Metamorphose, das anfänglich zwar flott und antreibend, aber aufgrund der besonderen Spielweise, dennoch polternd und stampfend ist. Dadurch wirkt Metamorphose zunächst etwas holprig, obgleich dem nicht so ist. In der zweiten Hälfte wird das Lied langsamer und es wurden einige gut angelegte Breaks eingestreut, die der Musik einen fiesen, rotzigen Anstrich verpassen. Abwechslungsreich geht es mit Shade realm weiter, in dem sich eisige, schnelle Passagen mit langsameren, stampfenden Parts abwechseln. In diesen langsameren Abschnitten wirkt Amystery ähnlich verächtlich und rotzig wie schon zuvor in Metamorphose.
Thy spiral hingegen ist nahezu durchgängig schnell, treibend und bisweilen regelrecht pressend und preschend. Phasenweise wird es dabei überaus heftig und brutal, da der Gesang sehr geschickt platziert wurde. Auf schnelle Passagen ohne Gesang, folgen Passagen, die noch einen Tick schneller sind und genau in diesem Moment, in dem das Tempo erhöht wird, setzt der Gesang energisch und perfekt abgepasst ein. Mit den beiden letzten Liedern Praised darkness und Icy kingdom macht Amystery ebenfalls nichts falsch. In beiden Stücken gibt es grimmige schnelle Passagen und langsamere, kraftvollere Abschnitte, die tadellos umgesetzt worden sind.

Obwohl ich anfänglich ein wenig skeptisch war, ob Extermination, followed by cryptic silence einen bleibenden Eindruck in mir hinterlassen würde, muss ich nun sagen, dass mir das Album mit jedem Durchgang besser gefällt. Das liegt vor allem daran, dass Amystery sehr gut mit den unterschiedlichen atmosphärischen sowie technischen Elementen arbeitet. Manche Lieder oder Passagen sind sehr kalt und eisig beschaffen, andere wiederum, wirken fies und rotzig. Diese Differenziertheit, sowohl atmosphärisch als auch spielerisch, erschließt sich jedoch nicht gleich beim ersten Mal.

01. Voices from the crypts
02. Deep in the abyss of a tortured soul
03. Metamorphose
04. Shade realm
05. Thy spiral
06. Praised darkness
07. Icy kingdom

http://www.pestilence-records.de/

09.04.2007

Dies Ater - Odium's Spring | 2007 | Twilight | CD | Black Metal

Obwohl Dies Ater aus Berlin kommt und Odium's spring bereits das vierte Album in der 13-jährigen Bandgeschichte ist, habe ich mich bis dato kaum bis gar nicht mit der Gruppe beschäftigt. Ich wusste also nicht was mich erwarten würde und dennoch war ich von dem, was ich zu hören bekam, in gewisser Weise überrascht.

Odium's spring macht von Anfang bis Ende einen hochgradig professionellen Eindruck, sowohl klanglich als auch spielerisch und das Songwriting betreffend. Für den Klang ist Andy Classen verantwortlich, womit schon geklärt sein sollte, dass der Klang sehr klar, differenziert und druckvoll ist. Diese Produktion passt hervorragend zu Dies Ater und Odium's spring, da der energische aber dennoch dezidiert melodisch ausgerichtete Black Metal entsprechend inszeniert wird.

Odium's spring ist ein reichhaltiges und mit Abwechslung gespicktes Album, das sehr harte und brachiale Parts besitzt, auf der anderen Seite aber auch sehr harmonische und darin fast schon sanfte, ja geradezu zarte Züge hat. Besonders deutlich wird dieses Wechselbad der Intentionen im Titel Hail old times!. Neben den schnellen und treibenden Parts gibt es auch überaus heftiges und zerstörerisches Geknüppel, welches wahrlich meisterhaft gespielt und umgesetzt wurde. Hail old times! enthält darüber hinaus aber auch extrem melodisch und harmonisch arrangierte Passagen, die der zuvor ausgebreiteten Härte, den Wind aus den Segeln nehmen.

Ähnliche Strukturen finden sich auch in anderen Stücken wieder, wobei neben dem gut gespielten Schlagzeug auch immer wieder die perfekte Gitarrenarbeit auffällt. Man hört es jedem einzelnen Lied direkt an, das die Musiker von Dies Ater nicht erst seit gestern Musik machen. Sie beherrschen ihre Instrumente perfekt und wissen damit umzugehen, so überzeugen flinke und filigrane Riffs genau so wie hartes und druckvolles Riffing. Darüber hinaus streut eine Gitarre auch immer wieder mal leise Melodien und Harmonien ins Geschehen ein, die teils angenehm düster und geheimnisvoll wirken.

Ein weiterer Aspekt der auffällt, ist die teilweise Nähe zum Death und Thrash Metal. Vor allem die Gitarrenarbeit geht immer wieder mal in diese Richtung, was den modernen Eindruck, den Dies Ater mit Odium's spring macht, verstärkt.

An und für sich gibt es über Odium's spring nichts Schlechtes zu sagen. Das Material ist anspruchsvoll, vielschichtig und perfekt umgesetzt. Aber für meinen Geschmack ist es insgesamt zu harmonisch ausgerichtet. Diese zahlreichen Passagen mit den Keyboardklängen sagen mir einfach nicht zu. Dennoch bin ich mir sicher, dass Odium's spring ein voller Erfolg werden wird, weil Dies Ater mit diesem Werk wohl ziemlich genau das erschaffen hat, was vielen gefällt: Energischer und bisweilen sehr brachial gespielter Black Metal, gepaart mit Harmonien und Melodien und zwei deutschen Texten.

01. Crimson blood
02. Dark strike
03. Hail old times!
04. Die Gier nach eurem Untergang
05. Odium's spring
06. The arrival
07. Created to persist
08. Die Gewissheit zu siegen
09. Still rising

http://www.diesater.de/

08.04.2007

Gheestenland / Grim Funeral - Split | 2007 | Obscure Abhorrence / Eisenwald | CD | Black Metal

Gheestenland beginnt seinen Beitrag mit dem Einklang Geen berouw ziemlich düster. Es ist extremer Kreischgesang zu hören, der mit sphärischen und harmonischen Keyboardklängen und einer ebenso beruhigenden Gitarre unterlegt ist. Diese beschauliche Atmosphäre wird alsbald mit Christenhater zunichte gemacht, welches von Anfang an antreibend schnell ist. Der Gesang passt ausgezeichnet zum Titel, denn dieser ist – wie sich bereits im Einklang abzeichnete – extrem und hasserfüllt. In diesem Kontext fällt auf, dass der Klang der Instrumente sehr sauber, differenziert und druckvoll ist. Die Spielweise ist ebenfalls bei weitem nicht so extrem, wie man zunächst annehmen möchte. Denn die beiden folgenden Stücke Volkerenmoord und Diepe gronden sind im mittelschnellen bis langsamen Tempobereich angesiedelt und fallen teilweise durch schöne Melodien auf. Erst in der zweiten Hälfte von Diepe gronden nehmen kurzweilig Brutalität und Schnelligkeit zu, während im Hintergrund, leise und harmonisch, leichtes Keyboardspiel zu hören ist.

Mit Onbevreesd folgt dann ein Lied, das von allem etwas hat. Es ist das vielfältigste Stück Gheestenlands und zugleich auch das beste. Onbevreesd enthält langsame Passagen mit melodischem Gitarrenspiel, gute, rockige Riffs im Mittelteil und immer wieder heftige Wutausbrüche. Die Übergänge sind schön fließend, überhaupt wurde das Material tadellos umgesetzt. Zu guter letzt folgt das längste Lied, welches permanent mit Keyboard unterlegt ist und in der ersten Hälfte langsam bis schleppend vorgetragen wird, und dadurch eine düster-depressive Atmosphäre schafft. Die zweite Hälfte ist dann bis zum Schluss schnell und extrem.



 
Grim Funeral hat mir auf der Split CD mit Spectre imponiert und außerordentlich gut gefallen. Die Spanier haben überaus düsteres, gestörtes wenn nicht sogar krankes Zeug zusammengebraut. Ganz in diesem Stile sind auch die neuen Titel. Es hat sich rein gar nichts verändert. Your grim funeral und A mortal spell of eternal funebre silence könnten sich auch auf der ersten Split befinden. Klang und Spielweise sind nach wie vor sehr schrummig und verwaschen, der Gesang radikal verzerrt, eine Steigerung hierzu scheint kaum denkbar.
Beide Lieder sind über lange Strecken sehr schnell und eingängig, doch erwirkt diese Schnelligkeit nur bedingt eine brutale und aggressive Atmosphäre, da die verzerrten und überlagerten Gitarren viel zu abgedreht und präsent sind. Zuweilen werden den Gitarren auch düstere, schwelende Melodiebögen entlockt, die der profanen Brachialgewalt entgegenstehen. Natürlich darf man hierbei auch nicht den keifenden, manchmal schon gurgelnden Gesang vergessen, welcher ebenfalls dazu beiträgt, dass die enorme Geschwindigkeit vielmehr beklemmend und bedrückend wirkt, als hart und brutal. Dies ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass Grim Funeral radikalsten, apokalyptischen Black Metal mit einer vehement todesverherrlichenden Atmosphäre spielt.

Als Fazit ist zu sagen, dass diese Split-Veröffentlichung eine rundum gelungene Angelegenheit ist. Gheestenland und Grim Funeral könnten zwar kaum unterschiedlicher sein, doch können beide für sich überzeugen.

GHEESTENLAND
01. Geen berouw
02. Christenhater
03. Volkerenmoord
04. Diepe gronden
05. Onbevreesd
06. Geen angst voor wat komen gaat

GRIM FUNERAL
07. Your grim funeral
08. A mortal spell of eternal funebre silence
09. Outro

Lathspell - Fascinating Of Deviltry | 2005 | Excesor Christianorum Records | CD | Black Metal

Die 2005er CD Fascination of deviltry enthält die ersten beiden, ein Jahr zuvor veröffentlichten Demos, Fascination of the devil's art und Deviltry. Die ersten drei Lieder der CD entstammen dem Deviltry Demo und sind dem aktuellen Album Versus ecclesia recht ähnlich. Interessanter Weise ist dieses Demomaterial klanglich druckvoller und differenzierter ausgefallen als das spätere Album. Allein schon dadurch wirkt Fascination of deviltry nicht ganz so extrem wie Versus ecclesia. Alle drei Stücke sind insgesamt zwar roh, schroff, rau und schnell strukturiert doch gibt es in allen Liedern auch ruhigere Phasen, die unterschiedlich beschaffen sind und dem ansonst rigorosen Spiel Lathspells, harmonische und abwechslungsreiche Momente bescheren.

Anders sieht es da mit den restlichen fünf Stücken vom Fascination of the devil's art Demo aus. Es ist generell viel melodischer ausgefallen, was bereits beim ersten Titel Jumalan kuolemaile sehr deutlich wird. Rhythmisch ist es zwar auch schnell und treibend, doch an den Saiteninstrumenten ist viel mehr in Bewegung. Lathspell offenbart hier ein breitgefächertes Spektrum von hartem, schrummigen Riffing über großartige, feingliedrige Melodieführungen, wie man sie von Tenebrae in Perpetuum gewohnt ist, bis hin zu dunklen, bedrohlichen und ruhigen Melodien. Das soll jetzt aber nicht darüber hinweg täuschen, dass die Lieder von Fascination of the devil's art nicht ebenfalls rau und kompromisslos sind. Sie stellen lediglich spielerisch das abwechslungsreichste Material bisher dar.

Wer bisher nur das Versus ecclesia Album kennt, sollte Fascination of deviltry in jedem Fall probieren; dies gilt übrigens auch im umgekehrten Fall. Ansonsten bleibt eigentlich nichts mehr zu sagen, außer, dass Lathspell auch hiermit bekräftigt: eine neue und nicht zu unterschätzende Waffe des finnischen Black Metals zu werden.

01. Son of mourning
02. The haunting song
03. Deviltry
04. Jumalan kuolemaile
05. November
06. Hearse
07. Repulsion
08. This world dressed in fear

02.04.2007

Gnaw Their Tongues - An Epiphanic Vomiting Of Blood | 2007 | Crucial Blast | CD | Noise/Black/Doom Metal

Wahrlich düsterer Stoff, der hier aus den Niederlanden mit Gnaw Their Tongues herüberschwappt. Gnaw Their Tongues kann bereits auf eine Vielzahl an Veröffentlichungen verweisen und An epiphanic vomiting of blood stellt bereits das dritte Album dar. Dennoch höre ich mit diesem Werk erstmalig von Gnaw Their Tongues, was womöglich bedauerlich ist, denn diese durch und durch düsteren Klangkulissen haben es in sich. Dabei kann ich gar nicht mal so genau sagen um welche Art von Musik es sich hier handelt, da es eine Vielzahl an Einflüssen gibt, mit denen ich mich kaum auskenne. Laut Gnaw Their Tongues selbst handelt es sich bei der Musik um eine Mischung aus Experimental, Funeral Doom, Drone, Noise und Black Metal. Dies kann man so stehen lassen, auch wenn mir vor allem die Black Metal Tendenzen nicht ganz klar sind. Das einzige was an Black Metal oder Metal generell erinnert, ist der verzerrte Kreischgesang. Ansonsten dominieren langsam strukturierte Klangkulissen, die mit vielerlei Geräuschen angereichert wurden. Zu diesen Geräuschen kommen auch öfters klare Stimmen und Gesänge hinzu, die allerdings weder harmonisch noch sonst wie „nett“ sind, stattdessen eine morbide Atmosphäre beschwören. Es sind aber auch orchestrale Elemente enthalten, die punktuell sogar sehr mächtig und bombastisch arrangiert wurden.

An epiphanic vomiting of blood ist vor allem verstörend. Gnaw Their Tongues versteht es perfekt, durch bizarre Arrangements, dunkle Melodien, Stimmenfetzen und Gekreische eine Stimmung zu erschaffen, die manches Mal den schaurigen Charakter von Horrorfilmmusik erreicht. Mir fällt keine Gruppe ein, bei der ich schon einmal ähnliche Musik gehört hätte. Das will schon was heißen, da ich Gnaw Their Tongues in höchstem Maße Eigenständigkeit attestieren kann. Aber möglicherweise gibt es in den Katakomben, aus denen Gnaw Their Tongues gekrochen ist, noch mehr von solchen Klangkünstlern, von denen ich gar nichts weiß. Aber wie mir wird es vermutlich den Meisten gehen, deren Hauptaugenmerk auf  extremen Metal liegt und die eine Neigung für morbide, bizarre und düstere Klangkulissen haben. Mir gefällt An epiphanic vomiting of blood also gut und ich kann das Werk jedem empfehlen, der sich für solcherlei Musik interessiert.

01. My body is not a vessel, nor a temple. It's a repulsive pile of sickness
02. Teeth that leer like open graves
03. Sawn absunder and left for the beasts
04. An epiphanic vomiting of blood
05. The sewer rats of Calcutta
06. And there will be more of your children dead tomorrow
07. The urge to participate in butchery

01.04.2007

Lathspell - Versus Ecclesia | 2006 | Excesor Christianorum Records | CD | Black Metal

Die Finnen von Lathspell zelebrieren auf ihrem aktuellen und ersten Album, Versus ecclesia, rauen und kompromisslosen Black Metal.

Gleich mit dem ersten Lied Kiirastuli wird die Marschroute festgelegt, denn das Stück beginnt hochgradig schnell, harsch und brutal. Auf das Schlagzeug wird gnadenlos eingehämmert und dazu ist lediglich, leise im Hintergrund, der ebenfalls eingängig gespielte Bass zu hören. Puristischer kann ein Lied kaum beginnen. Mit dem Einsetzen der Gitarren verliert Kiirastuli dann zeitweilig etwas von der dramatischen Brutalität. Es wird schnell klar, dass Lathspell in musikalischer Hinsicht kein Blatt vor den Mund nimmt. Die Struktur ist überschaubar gehalten, es gibt klassische Wechsel, dann und wann ein melodisches Riff und ansonsten gnadenlosen, rauen Black Metal mitten in die Fresse.

Phasenweise wirkt Versus ecclesia regelrecht morbide, was am Gesang liegt, der leise ist und einen sehr eigenartigen Ausdruck hat, da er kehlig, nur leicht verzerrt und eher schnell gesprochen anstatt gesungen bzw. geschrien wird. Man kann den Gesang gut als ein grimmiges Knurren umschreiben. Durch diese Besonderheit verschmilzt dieses Knurren manchmal mit den Instrumenten zu einem klanglichen Dickicht, in dem es als solches, für wenige Augenblicke, nicht mehr zu hören ist.
Trotz aller spielerischer Härte und Geradlinigkeit besteht Versus ecclesia nicht ausschließlich aus roher und kompromissloser Schnelligkeit und Härte. Hier und da gibt es ruhigere Arrangements, schleppende Passagen, Solis und klare Melodieführungen. Doch auch während dieser gemäßigten Spielweisen klingt Lathspell stets roh und schroff, mancherorts regelrecht bedrohlich, da dunkle Melodien im Hintergrund mit dem Knurren bösartig miteinander harmonieren.

Das Schöne an Lathspell ist, dass hiermit deutlich gezeigt wird, dass es in Finnland nicht nur Satanic Warmaster oder Horna mit ihren unzähligen Projekten gibt, wie manch ein Blindgänger denkt, sondern auch andere ernstzunehmende Gruppen wie Lathspell, die im Untergrund puren Black Metal zusammenbrauen und verbreiten.
Versus ecclesia kann durchaus als kalter, nordischer Black Metal skizziert werden, der dabei jedoch sehr eigenständig klingt. So gibt es in musikalischer Hinsicht an Versus ecclesia auch nichts zu bemängeln, denn trotz der verordneten Schnelligkeit enthalten die Lieder ausreichend Abwechslung. Lediglich der Klang ist nicht rundum zufriedenstellend. Er ist insgesamt zu kraftlos, wodurch die Musik leider etwas blass klingt.

Erschienen ist Versus ecclesia auf CD und LP, wobei die CD inzwischen ausverkauft ist. Im Übrigen arbeitet Lathspell bereits am nächsten Album.

01. Kiirastuli
02. Kun sieluja niitetään
03. Keripukki
04. Sodomia
05. Kointähti
06. Kurista ja alistumisesta
07. Hearse / Varjoissa (Outro)