17.02.2007

Panychida - Paganized | 2007 | Folter Records | CD | Pagan Black Metal

Die Tschechen Panychida präsentieren, nach zwei Demobändern und einer Live DVD, mit Paganized ihr Debütalbum. Obwohl es sich hierbei um Pagan Metal handelt, überrascht mich Paganized ein wenig durch seinen hohen Anteil an harten und eingängigen Passagen. Natürlich gibt es auch traditionelle Pagan Metal-Elemente, wie klaren Chorgesang oder Flöten und Dudelsack, doch hält sich deren Gebrauch in Grenzen.

Nach dem Einklang Well, come in… folgt mit dem ersten richtigen Lied Final donation to the oath nicht nur das längste Stück des Albums, sondern auch ein Titel, der für Panychida und Paganized repräsentativ ist. Obwohl die Melodieführung an den Saiteninstrumenten recht melodisch und spielerisch ist, wirkt diese nicht zu überladen oder gar aufdringlich. Die harmonische Komponente ist vielmehr von einer dezenten Natur, die mit einigen schnellen und treibenden Passagen kombiniert wurde. An dieser Stelle muss auch der sehr eigentümliche Gesang erwähnt werden, der stets ruhig intoniert wird, weder klar noch wirklich verzerrt ist. Die Stimme kommt vielmehr tief aus dem Hals und hat einen „knarrenden“ und leicht kehligen, heiseren Klang.

In Dream about the roaring sky wird es zeitweilig etwas melodischer und auch der Dudelsack kommt erstmalig zum Einsatz. Aber wie bereits erwähnt, hält sich Panychida hiermit zurück und trägt nicht zu dick auf.

Die weiteren Lieder sind im Schnitt alle zwischen drei und vier Minuten lang und abwechslungsreich gestaltet. Der Ryhthmus pendelt zumeist zwischen gemächlich und treibend. Immer wieder ist mal eine Flöte oder der Dudelsack zu hören. Manche dieser harmonischen Passagen sind sehr ruhig und feinfühlig gegliedert, andere Passagen sind hingegen druckvoll und tendieren leicht zu lebhaftem Pagan Metal, der melodisch in steter Bewegung ist, wie etwa in She was the water, welches mir dadurch einen stellenweise zu fröhlichen Anstrich hat.

Insgesamt halten sich die melodisch-fröhlichen Elemente mit den härteren allerdings die Waage, was Paganized zu einem ausgewogenem Album macht. Somit ist Paganized sicherlich für all jene ein interessantes Album, die auch Gruppen wie Trollech, Heiden oder ähnliche Black / Pagan Metal Formationen mögen.

01. Well, come in...
02. Final donation to the oath
03. Dream about roaring sky
04. ...when drums of war will sound
05. She was the water
06. Beneath the gate of the sempiternal bliss
07. Running out of rules
08. Pageant of the eternal ones
09. Elite unit
10. Deceased under the splendour of stars
11. Drací Úsvit
 
http://www.panychida.com/

15.02.2007

Ad Desolatum Et Silentium - Itineris Exitium | 2007 | Vacío Abismal Records / Tour De Garde | Kassette | Black Metal

Diese feine Kassettenveröffentlichung im Pro-Format ist nicht nur optisch sondern auch musikalisch ein Leckerbissen. Ad Desolatum et Silentium ist ein französisch-venezolanisches Projekt, welches 2004 gegründet wurde und nun mit Itineris exitium das erste musikalische Lebenszeichen herausgebracht hat.

Das Titellied Itineris exitium leitet die Kassette mit einem leicht rumpelnden aber treibenden Rhythmus ein, zu dem ruhiger, dunkel verzerrter Gesang zu hören ist, der sehr unheilvoll, düster und abgründig wirkt. Die Gitarren erklingen grell verzerrt und spielen ebenfalls düstere, teils langgezogene Harmonien mit obskuren und bizarren Facetten.

Im folgenden Incertum silentes kristallisiert sich dieses Gitarrenspiel weiter heraus und es erinnert zuweilen etwas an Blut aus Nord. Es ist einerseits der Klang der Gitarren, der an Blut aus Nord erinnert, aber auch die Art und Weise, wie bestimmte Riffs und Akkorde langgezogen und verzerrt werden, sodass sie eine kalte und überaus dunkle Atmosphäre verbreiten. Es gibt aber auch viele eigene Aspekte im Gitarrenspiel. Es sind immer wieder weniger stark verzerrte, ruhiger und klarer gespielte Harmonien zu hören, die nicht weniger kalt und ergreifend sind, wie etwa das Instrumental Dolentia ingredi zeigt.
Das letzte Lied ist in der ersten Hälfte schnell, stampfend und zuweilen regelrecht grimmig – was vor allem dem düsteren, knurrigen Gesang geschuldet ist. Aber auch das Gitarrenspiel trägt erneut dazu bei, das Ad Desolatum et Silentium pure Kälte versprüht.

Itineris exitium ist für mich eine hervorragende Veröffentlichung mit nur einem Wermutstropfen, nämlich die knappe Gesamtspielzeit von ca. 14 Minuten. Die Musik, die hier in vier Titeln dargeboten wird, ist viel zu gut und ergreifend, als dass sie schon nach weniger als einer Viertelstunde enden dürfte. Itineris exitium ist kalter, durchaus roh gehaltener Black Metal, dessen harmonisches Spektrum angenehme bizarre Ausdrücke trägt. Nicht weniger obskur ist der Gesang, der diese düstere, abgründige und irgendwie religiös wirkende Atmosphäre vollendet.


01. Itineris exitium
02. Incertum silentes
03. Dolentia ingredi
04. Desolatum aeterna

http://www.t-d-g.net/

10.02.2007

Erhabenheit / Wolfsschrei - Split | 2007 | Fog Of The Apocalypse | Vinyl | Black Metal














Gute zwei Jahre, nachdem dieses Split-Vorhaben als Promo-Kassette erschien, ist die Veröffentlichung nun endlich geglückt. Anstatt Darkland Records ist als Plattenfirma Fog of the Apocalypse eingesprungen und Erhabenheit ist nun mit einem anderen Stück vertreten. Grund genug für mich, erneut eine Besprechung zu schreiben.

Bemängelte ich vor zwei Jahren vor allem den Klang von Erhabenheits Beitrag Vom Kreisen der Geier, so gibt es nun auf dieser EP in dieser Hinsicht nichts auszusetzen. Das neue Stück Um einst zu herrschen… beginnt mit sehr gutem Klang schleppend und kraftvoll. Erhabenheit weiß vom ersten Augenblick an in seinen Bann zu ziehen. Das Lied ist übersichtlich und entsprechend einfach strukturiert, die eingängige helle Melodie, die mit Unterbrechungen und leichten Abwandlungen durchs gesamte Lied begleitet, kombiniert mit dem ruhigen, leicht heiseren Gesang hat es einfach in sich! Um einst zu herrschen… ist ein insgesamt ruhiges Lied, eben von schleppender Statur. Es gibt natürlich aber auch zwei Passagen, die diesen schleppenden Rhythmus durchbrechen und somit Abwechslung hineinbringen. Die erste, dieser Passagen, besteht lediglich aus einem kurzen Part, in dem raues schnelles Riffing zu hören ist. Die zweite Passage hingegen ist musikalisch harmonischer, mit einer leidenden oder qualvoll wirkenden Stimme unterlegt und mündet eruptionsartig in einem kurzen, heftigen und schnellen Part.

Wolfsschrei ist nach wie vor mit dem Titel …in tiefer Erkenntnis meiner Verachtung vertreten. Gegenüber der Promo-Kassette ist der Klang auf diesem Tonträger jedoch erheblich besser. Der Klang ist nicht mehr so dumpf und dunkel, dafür klarer und in gewissen Bereichen druckvoller. Damit ich nicht alles doppelt schreiben muss, kopiere ich an dieser Stelle einfach einen Auszug aus der Besprechung zum Promo rein:
…in tiefer Erkenntnis meiner Verachtung kann man getrost als ein ruhigeres bzw. melodischeres Wolfsschrei-Lied bezeichnen. Durch den differenzierten Klang ist die ruhig und langsam gespielte Gitarre gut zu hören, die über weite Strecken im Hintergrund steht und maßgeblich zur bedrückenden Stimmung beiträgt. …in tiefer Erkenntnis meiner Verachtung ist allerdings nicht durchgehend ein ruhiges Stück. Ungefähr in der Mitte gibt es eine sehr aggressive oder verächtliche Passage die Wolfsschrei äußerst geschickt und gelungen eingeleitet und inszeniert haben, wodurch diese kurze grimmig Strecke noch intensiver wirkt. [1]

Ergänzend möchte ich hinzufügen, dass aufgrund des besseren Klanges, diese aggressivere Passage im Mittelteil, weniger heftig und dafür unauffälliger ist, als zuvor auf dem Promo. Dadurch wirkt die neue Version einheitlicher und ruhiger als die vom Promo.

Diese Split EP ist ein absolutes Muss für jeden, der an Erhabenheit oder Wolffschrei interessiert ist, da Um einst zu herrschen… von Erhabenheit einfach erstklassig ist, und …in tiefer Erkenntnis meiner Verachtung von Wolffschrei, ein etwas anderes, eher untypisches Stück der Gruppe ist.

ERHABENHEIT
01. Um einst zu herrschen...

WOLFSSCHREI
02. ...in tiefer Erkenntnis meiner Verachtung

Obsecration - Seeds Of A Pervert God | 2006 | Supreme Music Creations / Obse Productions | CD | Death Metal

Die griechische Death Metal-Walze Obsecration besteht bereits seit 1989 und veröffentlicht seit über 15 Jahren Tonträger und ist hierzulande wohl dennoch nur einem relativ kleinen Kreis an Hörern ein Begriff. Das Erscheinen des neuen Albums Seeds of a pervert god traf mich völlig unverhofft; so liegt das letzte Album Sins of the flesh bereits vier lange Jahre zurück.

Mein Gefallen an Obsecration entstand vor zehn Jahren, als ich das Debütalbum The inheritors of pain, ein düsteres und melancholisches Werk, für mich entdeckte. In diesen zehn Jahren seit dem ersten Album, hat sich bei Obsecration einiges verändert. Trotz dieser Wandlungen, hin zu mehr technischer Härte, konnte sich Obsecration bis zu Sins of the flesh stets den Charme, und das eigenständige Atmosphärische früherer Tage bewahren. Obwohl der Death Metal von Obsecration technischer und härter wurde, enthielt er dennoch diese speziellen, düsteren und melodischen Anteile der Demos, EPs und dem Debüt. Interessant an Obsecration war auch immer, dass mit dem Lied The inheritors of pain auf jeder CD eine Fortsetzung des Liedes entstand, welches zum ersten Mal auf dem Debütalbum vorhanden war. Das Lied veränderte sich im gleichen Maße, von Veröffentlichung zu Veröffentlichung, wie der Stil Obsecrations, doch beinhaltete er stets als Quintessenz melodische und atmosphärische Arrangements von einst. Doch auf der aktuellen CD fehlt erstmalig eine Fortsetzung. Dies spiegelt den aktuellen Stand der Gruppe deutlich wieder.

Denn, wie bereits mehrfach angedeutet, ist Seeds of a pervert god das bisher brutalste und technischste Werk der Griechen. Die melancholischen und düsteren melodischen Arrangements fehlen komplett, stattdessen bekommt man nun das volle Brett an einer niederwalzenden Death Metal-Orgie. Dieser „Bruch“ ist einerseits beklagenswert, da Obsecration etwas aufgab, was diese Band über die Jahre hinweg so einzigartig und großartig gemacht hat. Aber dennoch ist Seeds of a pervert god ein gelungenes Album geworden, wenn man es für sich als autonomes Werk hört.

Die technischen und harten Elemente sind zwar sehr prägend, aber sie sind nicht zu übertrieben. Es besteht nach wie vor ein flüssiger und mitreißender Spielfluss der Spaß macht. Des Weiteren wurden zahlreiche kleine Details in den Liedern platziert, sodass ein sehr abwechslungsreiches Album entstanden ist. Trotz aller Brachialität ist Seeds of a pervert god kein eingängiges Werk im herkömmlichen Sinn. Vor allem das äußerst vielfältige Spiel der Gitarren und des Basses ist bemerkenswert. Denn es reicht vom harten, schrummigen Riffing über lockere, filigrane Soli bis hin zu gefühlvollen Melodieführungen.
Mit Parasite und Horror in a gothic genres grave befinden sich auf der CD zwei Bonustitel, die der 2004 erschienenden EP Vault of the obscure vortex entnommen sind. Hier ist noch deutlich die frühere Atmosphäre zu hören und zu spüren. Einerseits ist der Klang nicht ganz so klar und druckvoll, andererseits ist es insgesamt etwas atmosphärischer und melodischer. Der Zusatz „The awakening A.D. 2004“ weist darauf hin, dass es sich bei Horror in a gothic genres grave um die 2004er Version des Liedes handelt, welches ursprünglich auf dem ersten Album The inheritors of pain zu finden ist. Die neuere Version ist etwas kürzer ausgefallen, dafür aber in einem besseren Klang als das Original, was schön ist, da die ruhigen und melancholischen Melodien besser zur Geltung kommen.

Trotz der Wandlungen hin zum harten, mitreißenden Death Metal, ist Seeds of a pervert god ein Album das gänzlich überzeugen kann. Das Songwriting ist ausgewogen und dabei abwechslungsreich, der Klang kraftvoll und differenziert. Eine düstere und bedrohliche Note hat sich Obsecration aber dennoch bewahrt, weshalb Seeds of a pervert god ein eigenständiges und empfehlenswertes Death Metal-Album ist, welches sich deutlich von den üblichen Death Metal-Veröffentlichungen unterscheidet und abhebt.

01. Manic obsession to kill
02. Sadistic ritual disfigurement
03. Seeds of a pervert god
04. Blunt force trauma
05. Necrology
06. Orgasm through mutilation
07. Corporal conviction
08. Murder addiction
09. Dominion of malevolence
10. Defiler of lives
11. Hellish revenge
12. Parasite (Bonus)
13. Horror in a gothic genres grave (The awakening A.D. 2004)

Eiserne Dunkelheyt - Quälgeist | 2006 | Black Bunker | Kassette | Black Metal

Ein wenig hat mich Eiserne Dunkelheyt mit dem neuen Demo Quälgeist überrascht, denn es ist ein reines instrumentales Werk. Die Tendenz, weg von rauen und grimmigen Klängen & Kompositionen, hin zu facettenreicheren und melodischeren Sachen wird fortgesetzt.

Mit Ceremony beginnt Quälgeist rhythmisch zwar roh und eingängig, dabei antreibend und stampfend im Takt. Doch nach etwas mehr als zwei Minuten ändern sich die Strukturen grundlegend, die Gitarren werden sehr melodisch gespielt und auch der Rhythmus wird sehr ruhig und seicht. Zum Ende hin wird es dann wieder schneller und kraftvoller, das Riffing härter, aber dennoch melodisch eingehaucht.
Revolution of the madness ist von Beginn an harmonisch und melodisch beschaffen, stellenweise wirken die Arrangements regelrecht freundlich beseelt. Doch dies täuscht nicht darüber hinweg, dass die Atmosphäre, die die Musik versprüht, insgesamt melancholisch und auch sehnsüchtig ist. Die Melodieführung ist zwar sehr melodisch geprägt, doch dabei niemals zu fröhlich oder verspielt, es liegt über allem eine gewisse Ernsthaftigkeit. Überraschend ist auch, das fällt zuerst in Revolution of the madness auf, dass Eiserne Dunkelheyt – im direkten Vergleich zum Lebensekel Demo – sehr professionell agiert. Die Arrangements und Wechsel, der Klang und die Spielweise machen einen sehr ausgereiften und flüssigen Eindruck.
Drowned by insanity ist in der ersten Hälfte, ähnlich wie Ceremony, schnell und roh. Im Mittelteil folgt eine kurze, ruhigere Passage bevor die zweite Hälfte ebenfalls schnell und antreibend das Lied zu ende führt. Let the needle enter your skin ist ein schleppendes, zuweilen kraftvoll vorgetragenes Stück, in dem die Melodieführung zwar klar erkennbar, aber subtiler und unauffälliger ist. Auf diesen langen, schleppenden Part, folgt eine kurze, klare und ruhige Passage, in der lediglich die sehr ruhig gespielte Gitarre zu hören ist, die hier in einen sehr warmen Klang hat. Hierauf folgt dann ein stürmischer und schneller Abschnitt, der dann auch fast bis zum Ende andauert.
Das letzte, unbetitelte, Lied fängt zwar schnell und eingängig an, doch ist hier von Anfang an die lebendig gespielte Führungsgitarre deutlich zu hören. Recht bald geht dieser eingängige Einstieg in eine ziemlich rockige Zwischenpassage über, die mit guter Gitarrenarbeit ausgekleidet ist. Nach diesem Schema verläuft auch der Rest des Liedes, schnelle eingängige Strecken wechseln sich mit langsameren, abwechslungsreich gestalteten Abschnitten ab – die teilweise recht überraschende Momente besitzen.

Ich weiß zwar nicht, was Eiserne Dunkelheyt dazu bewog, nach den beiden „normalen“ Vorgängern Traumwelt und Lebensekel ein Instrumentaldemo aufzunehmen, doch habe ich den Eindruck, dass Njordr hiermit versuchen möchte, abzustecken was seine musikalischen Möglichkeiten sind. Diesen Eindruck habe ich, da einerseits die Arrangements sehr professionell ausgefallen sind, auch der Klang sehr gut ist und neben den typischen, rohen Black Metal-Elementen, andere, ruhigere und melodische Einflüsse ins Songwriting eingeflossen sind.
Quälgeist lässt sich jedenfalls sehr gut anhören, die fünf enthaltenden Lieder spinnen einen guten, abwechslungsreichen Faden der durch die Kassette führt. Darüber hinaus sind einige melodische Momente und Riffs wirklich ausgesprochen gut geworden, die man bisher bei Eiserne Dunkelheyt so noch nicht gehört hat. Für mich ein weiteres Indiz dafür, dass Quälgeist ein – in gewisser Hinsicht - experimentelles Werk ist, um zu schauen, wohin die musikalische Reise in Zukunft geht. Ich bin jedenfalls gespannt, was die nächste Veröffentlichung zu Tage fördert.

Erschienen ist Quälgeist in der kleinen Auflage von 144 Kopien.

01. Ceremony
02. Revolution of the madness
03. Drowned by insanity
04. Let the needle enter your skin
05. Untitled

08.02.2007

ASOFY - LENTO PROCEDERE PRIMA DEL SONNO | VERÖFFENTLICHT: 2007 | PLATTENFIRMA: TRAZEROEUNO

Asofy ist ein italienisches Einmannprojekt, welches sich dem atmosphärischen sowie experimentellen Doom Metal verschrieben hat. Neben der überaus ruhigen Langsamkeit, sind es die Gitarren, die für Lento procedere prima del sonno prägend sind. Neben einigen dunklen, schweren Gitarrenwänden sind auch immer wieder sanft gespielte, unverzerrte Gitarren zu hören, die maßgeblich zur atmosphärischen Ausrichtung beitragen. Hier und da gibt es aber auch etwas schräg sowie dissonant klingende Riffs, die der Musik dann etwas Bizarres, Kraftvolles und Unheilvolles verleihen. In diese Kerbe schlägt dann auch der seltene angestimmte Gesang, der eher einem gequälten Rufen aus einem tiefen Verlies, als einem Singen gleicht.

Sicherlich, Asofy macht in keinerlei Hinsicht irgendetwas Neues oder besonders aufregendes. Allerdings vermitteln die vier Stücke mit einer Gesamtspielzeit von über 33 Minuten eine stimmige Atmosphäre, die verschiedene Facetten besitzt und auf mich stets glaubwürdig wirkt. Lento procedere prima del sonno ist eine angenehme Veröffentlichung, die düster und schwer, aber auch sanft und beruhigend ist. Darüber hinaus kommt die CDR in einem ansehnlichen, vermutlich von Hand gefertigten Digipak, und ist auf 100 Stück limitiert.


7/10
Aceust

01. Esterno
02. Inferno
03. Percorso
04. Infinito

http://www.diramazioni.it/asofy/

04.02.2007

Forteresse - Métal Noir Québécois | 2006 | Sepulchral Productions | CD | Black Metal

English version below.


Forteresse, eine noch recht junge Gruppe aus dem französischsprachigen Teil Kanadas, hat sich dem traditionellen und rauen Black Metal verschrieben, der jedoch vereinzelt, kleine folkloristische Anleihen enthält.

So wird das erste Lied auch sogleich munter mit einem kurzen Akkordeon-Part eingeleitet. Auf diesen folgt ein langes, eingängiges Stück, das durch wenig rhythmische Veränderungen und einer ruhigen, episch anmutenden Gitarrenmelodie gekennzeichnet ist. Der Rhythmus ist zumeist eingängig antreibend und von simpler Beschaffenheit. Das zweite Stück, Une nuit pour la patrie, beginnt sofort stürmisch stampfend, auch hier ist eine eingängige, relativ ruhig gespielte, Gitarrenmelodie zu vernehmen. Obwohl diese, stets im Vordergrund stehende Melodie einfach und eingängig ist, hat sie eine gewisse wohlklingende Ausstrahlung, die gut mit der rauen, rhythmischen Eingängigkeit harmoniert. Nach einigen Minuten wird Une nuit pour la patrie abwechslungsreicher. Die ruhige Gitarrenmelodie verstummt, das hämmernde Schlagzeug wird ruhiger und das Ganze geht in einen schleppenden Part über, in dem später die Gitarrenmelodie wieder hinzukommt, jedoch variabler als zuvor. Nach und nach wird das Tempo angehoben, bis das Lied dann in seiner anfänglichen eingängigen Schnelligkeit ausklingt.

Am Anfang von La flamme et le lys steht ebenfalls ein kurzer, sehr fröhlich klingender folkloristischer Part, bei dem ich automatisch an Siedler des 18. Jahrhundert denken muss, die den Nordamerikanischen Kontinent besiedelten. Vermutlich spielt diese geschichtliche Thematik eine inhaltliche Rolle in der Musik von Forteresse, worauf nicht nur diese folkloristischen Einlagen hindeuten sondern auch der direkte Bezug zur Heimat Forteresses.
Auch der Rest von Métal noir Québécois ist in diesem stilistischen Gewand gehalten. Wenn man das jetzt nur so liest, könnte man den Eindruck bekommen, dass die Lieder allesamt ähnlich klingen und das Album dadurch recht schnell langweilig wird. Doch dem ist nicht so. Es gibt einige strukturelle Feinheiten und Arrangements innerhalb der Lieder, die für einen guten Spielfluss sorgen. Ein sich veränderndes Detail dabei ist der Gesang, der sich phasenweise in den Liedern verändert, und dabei zum Teil schön heftig und eindringlich ist.

Métal noir Québécois gefällt mir sehr gut. Es ist ein, zumeist eingängig schnelles und schlichtes Album, das von Forteresse sehr überzeugend und punktuell kraftvoll und mitreißend vorgetragen wird. Trotz dieser überwiegenden Schnelligkeit besitzt das Album, dank dieser präsenten, das gesamte Album durchziehenden Gitarrenmelodie, sowie der vereinzelten langsameren Passagen, eine gute Atmosphäre die vom ersten bis zum letzten Lied, ohne abzuflauen, anhält.

01. La moisson de la liberté
02. Une nuit pour la patrie
03. La flamme et le lys
04. De sang et de volonté
05. Métal noir québécois
06. Honneur et tradition


Forteresse, a quite young band of the French-speaking part of Canada, has devoted to the traditional and raw Black Metal, which for all that contains sporadic, minor Folk elements.

So the first song gets opened immediately sprightly with a short accordion part. On that follows a long, catching piece, characterized by less rhythmic alternations and a silent, epic striking guitar melody. Rhythm is mostly easy to grasp driving and of a simple state. The second track Une Nuit Pour La Patrie immediately begins tempestuous stomping; a catching, relatively calm performed guitar melody is heard, too. Although this constantly into the foreground placed melody is simple and catching, it has a certain melodious aura, which perfectly harmonizes with the rough, rhythmic catching. After some minutes Une Nuit Pour La Patrie gets more varied. The calm guitar melody ceases, the hammering drums get to be silent and it entirely passes over into a sluggish part, wherein the former guitar melody is joining again until the song fades out in its initial catching speediness.
At the beginning of La Flamme Et Le Lys there's also a short, very gentle sounding folk part, whereby I automatically have to think of 18th century colonists, which settle the North American continent. Probably this historical topic plays a contentwise role in the music of Forteresse, on which but also not only these Folk-inserts point the direct purchase to the homeland Forteresse's.
Also the rest of Métal Noir Québécois is sobered in this stylistic garment. When just reading this you cold get the impression, that all songs sound similarly and the record thereby becomes bored quite fast. That isn't so. There're single structural finesses and arrangements during the songs attending to a well playing. An alternating detail is those vocals changing sporadically during the songs and thereby are quite vehement and emphatic.

Métal Noir Québécois pleases me very well. It's mainly in a catching fast and plain record that is performed by Forteresse very convincing and punctual powerful as thrilling. Despite of this speediness the record has, owing to this present, the whole record passing guitar melody as those single slow passages, a awesome atmosphere, keeping without ebbing from the first to the last song.

01.02.2007

Arcana Coelestia - Ubi Secreta Colunt | 2007 | ATMF | CD | Black Doom Metal

Ubi secreta colunt ist das beeindruckende Debüt von Arcana Coelestia, einem Projekt in dem MZ von Urna mitwirkt. Ubi secreta colunt ist ein stilübergreifendes Werk; das einerseits sehr atmosphärisch und ein wenig experimentell, andererseits finster und heftig ist.

Das erste Lied Cult of solitude ist ein ruhiges sowie atmosphärisches Lied, welches sehr sanft beginnt. Die ersten einleitenden Momente des Stückes sind geprägt durch eine alleinstehende, schöne und sphärische Melodie bevor dann die restlichen Instrumente und der Gesang mächtig, dunkel und kraftvoll einsetzen. Der Gesang ist überaus tief, dunkel und entsprechend dem Rhythmus, sehr langsam. Da die anfängliche Melodie bestehen bleibt, ist Cult of solitude ob der tiefen, langsamen Riffs und des Gesanges sehr atmosphärisch. Später verstummt diese finstre Instrumentalisierung eine Zeit lang gänzlich und traumhafte, atmosphärische Melodien werden mit leisem, klaren Gesang kombiniert, der mal flüsternd, mal fest und sonor ist.
Mit dem ersten Teil von Arcane knowledge revealed wird diese atmosphärische Funeral Doom-Stilistik fortgeführt. Ruhige, harmonische Melodien begleiten permanent das überaus langsame Schlagzeug mitsamt den bleischweren Riffs. Auch hier sind klare, atmosphärische Passagen zu hören, die die schweren, düsteren Strukturen durchbrechen. Zum Ende hin, erlebt die Musik eine Veränderung. Für eine Passage wird die Musik intensiver, das Schlagzeug zeigt sich variabler und antreibender, der tiefe Gesang verändert sich zu einer helleren und verzerrteren Stimme, bevor das Lied dann in seine vorherige Spur zurückkehrt und ausklingt.

Der zweite Teil von Arcane knowledge revealed unterscheidet sich recht bald von den zwei bisherigen Titeln. Von Anfang an durchdringt das Lied eine schwere, dunkle Atmosphäre, die durch kraftvolle Arrangements und einer hypnotischen Melodie erzielt wird, wie man sie beispielsweise von Evoken oder Dolorian her kennt. Der Rhythmus ist ein schnellerer als bisher, aber dennoch schleppend. Das Schlagzeug ist lebendiger, der Gesang schneller und dabei weniger tief und dunkel. Nach etwa drei Minuten kommt es dann zum Bruch: Völlig unvorbereitet und sehr fließend geht Arcana Coelestia in einen Hochgeschwindigkeits-Part über. Das Schlagzeug hämmert unerbittlich und heftig den Rhythmus, im Hintergrund ist dazu sehr dezent aber äußerst wirkungsvoll, eine düstere Keyboardmelodie zu hören. Im Verlauf dieser Passage wird das Schlagzeug immer schneller, die Stimme kreischender und eindringlicher; was für ein unglaublicher Gänsehautpart!
Das letzte Stück Enigma epitaph ist in der ersten Hälfte ein kraftvoll-schleppendes Lied, ganz in der atmosphärischen Funeral Doom-Stilistik der beiden ersten Titel. Die zweite Hälfte ist variabler. Anfangs ist sie antreibend und kraftvoll, dabei geprägt durch schnelles, eingängiges Riffing wobei dieser Abschnitt dann allmählich in eine ruhige Ambientpassage übergeht, die das Album dann auch ausklingen lässt.

Ubi secrete colunt ist ein eindrucksvolles atmosphärisches Funeral Doom Album, mit einer göttlichen Melodieführung. Es ist aber nicht einfach nur Funeral Doom. Dafür gibt es zu viele Veränderungen, teilweise ausgesprochen schöne Klangpassagen der experimentellen Art und nicht zuletzt eben auch mit Arcane knowledge revealed (Part II) heftige Ausbrüche der Schnelligkeit und Brutalität. Wer auf düstere und atmosphärische Klangkollagen steht, wird an Arcana Coelestia mit Ubi secreta colunt nicht vorbeikommen.

01. Cult of solitude
02. Arcane knowledge revealed (Part I)
03. Arcane knowledge revealed (Part II)
04. Enigma epitaph (A dirge in sculpture)