14.11.2005

Forest - In The Flame Of Glory | 2005 | Stellar Winter Records | CD | Black Metal

In the flame of glory ist inzwischen das sechste Album von Forest. Besonders auffällig ist der gute Klang, der im Bezug zu allen bisherigen Veröffentlichungen sauber, klar, differenziert und kräftig ist. Zunächst war ich von diesem Klang sehr angetan, doch inzwischen vermisse ich den alten rauen und schlechteren Klang. Denn In the flame of glory unterscheidet sich auch strukturell vom bisherigen Schaffen Forests. Die Lieder sind abwechslungsreicher und rockiger gestaltet. Teilweise gibt es zwar sehr interessante und auch gelungene Arrangements, schöne kurze Keyboardklänge und harmonische Momente doch diese typische grimmige und kalte Spielweise und Atmosphäre fehlt gänzlich. Dies liegt auch am Gesang, der kaum noch verzerrt ist und in die Richtung Nitberg geht, auch wenn er nicht ganz so hell und hoch ist. Neben der melodischen und rockigen Spielweise gibt es zwar auch schnelle, monoton stampfend gespielte Stücke doch auch ihnen fehlt diese grimmige Eindringlichkeit von einst. Wäre der Gesang verzerrter und dadurch intensiver, sähe das Ganze wahrscheinlich anders aus. Doch so fehlt Forest ein gutes Stück zur besonderen und einzigartigen Atmosphäre die auf den vorrangegangen Werken immer vorhanden war.

In the flame of glory ist zwar anspruchsvoller und professioneller doch dadurch leider auch durchschnittlicher und kann nicht an das bisherige Material anknüpfen. Phasenweise wirkt die Musik wie russischer Rock, da die Texte ja wie immer in der russischen Sprache vorgetragen werden. Liebhaber der bisherigen Forest-Veröffentlichungen sollten das neue Album mit Vorsicht genießen und nach Möglichkeit erst einmal vor dem Kauf reinhören.

01. To dare, to burn, to fight
02. Bardatos
03. Among the fire and the steel
04. Raven
05. Einherjers Reich
06. Towards the flame of glory
07. The fatelancer
08. Deep dark forest (Absurd Cover)

13.11.2005

Barastir - The Hate Legion | 2005 | Irminsul Records | Kassette | Black Metal

The hate legion ist die zweite Veröffentlichung von Barastir. Seit dem Beitrag auf dem 7“ Split Vinyl mit Yersinia hat sich einiges getan. Die beiden Lieder auf The hate legion sind viel ausgereifter und der Klang hat sich massiv verbessert, was in diesem Fall sehr positiv ist. The hate legion bietet und enthält hochgradig kompromisslosen Black Metal, der sich durchaus als fies, dreckig und gemein umschreiben lässt. Barastir spielen sowohl schnell und brutal auf als auch schleppend, wobei gerade die schleppenden Phasen von On the throne of hate eine morbide Atmosphäre und Faszination verbreiten. Für diese zerstörerische Stimmung sind die guten und eingängigen Gitarrenmelodien sowie das brutal gespielte, kräftige Schlagzeug verantwortlich das wunderbar zur Geltung kommt. Aber auch der Gesang ist streckenweise von vehementer Eindringlichkeit. Das zweite Stück, The hate legion, ist eingängiger und aggressiver da hier die schnellen und stampfenden Takte vorherrschen, die ab und zu von einer soliartigen Melodie aufgelockert werden, das schnelle Tempo wird dabei aber kaum verändert.

Barastir haben mit The hate legion eine sehr bösartige Veröffentlichung geschaffen, an der lediglich die Kürze zu bemängeln ist. Des Weiteren ist die Aufmachung und Gestaltung des silberbedruckten Covers erlesen und von hoher Qualität, inklusive Logo-Aufkleber. Das Ganze wurde in einer Auflage von 100 Kopien gefertigt.

01. On the throne of hate
02. The hate legion

Baptism - Morbid Wings Of Sathanas | 2005 | Northern Heritage | CD | Black Metal

Lord Sarcofagian bleibt sich mit seinem Projekt Baptism treu. Wie auf den vorherigen Veröffentlichungen, stampft und peitscht es auf dem neuen Album Morbid wings of Sathanas gewaltig. Die aktuelle Scheibe bietet keine Veränderungen oder Entwicklungen, stattdessen zelebrieren Baptism feierlich und traditionell ihren rohen und eingängigen Black Metal dass es eine wahre Freude ist. Die grelle Führungsgitarre mit ihren eindringlichen Riffs uns auch die eher unauffälligen Melodien im Hintergrund sind mindestens genauso vorhanden, wie zuvor auf Wisdom & hate, lediglich der Klang ist auf dem neuen Werk klarer ausgefallen.

Die Lieder sind teilweise recht lang und über weite strecken schnell und eingängig, jedoch nicht nur. Hin und wieder gibt es schleppende Abschnitte und zweimal gar einen Chorgesang. Besonders eindringlich klingt es, wenn Lord Sarcofagian seinen sehr rauen Gesang verlässt um für die Betonung einer Endsilbe zum klaren Gesang überzugehen. Es wirkt zunächst ein wenig missglückt und heiser, aber wohl gerade deshalb so eindringlich und passend zur grimmig abweisenen Stimmung die Morbid wings of Sathanas erzeugt.

Für mich persönlich ist Morbid wings of Sathanas ein sehr gelungenes Album, vor allem nach mehrmaligem Anhören wird es immer besser. Baptism haben genau das geliefert, was ich erhofft und erwartet hatte. Traditioneller eingängiger Black Metal der sich auf das Wesentliche beschränkt. Wer irgendwelchen Firlefanz braucht, soll die Finger davon lassen, alle anderen sollten zuschlagen und genießen.

01. Et vidimus gloriam eins
02. Remains of cursed plague
03. Vision, pain & death
04. The worshipper
05. Names of dead souls
06. Morbid wings of Sathanas
07. The path of new era

Bannerwar - Chronicles Of Pagan Steel | 2005 | Blazing Productions | Vinyl | Black Metal

Nach dem gelungenen Debütalbum 2004 haben Bannerwar nun in Form einer 7“ EP zwei neue Lieder veröffentlicht, die dem Debüt in nichts nach stehen. Die beiden Lieder Spartan virtue und Polemos sind zwei herrliche Bannerwar-Stücke an denen jeder Freund griechischen Black Metals seine wahre Freude haben wird. Chronicles of pagan steel ist jedoch rauer und eingängiger als das Album To honour fatherland . Die Keyboard-Untermalung wurde für diese EP viel dezidierter eingesetzt und ist nun nur noch bei Spartan virtue unauffällig im Hintergrund zu hören. Ein wenig klingt das Lied stellenweise sogar wie Nocternity; die grellen verzerrten Gitarren im Vordergrund, der schnelle eingängige Takt und dazu diese leisen Keyboard-Klänge. Zwischendrin tauchen in Spartan virtue immer wieder kurze langsame Passagen auf, die die typischen Bannerwar-Gitarrenmelodien zum Besten geben.

Mit dem zweiten Lied Polemos geben sich Bannerwar weniger abwechslungsreich. Der Anfang des Stücks ist zwar langsam und ruhig, eine Akustikgitarre ist zu hören doch wenig später bricht ein, bis zum Ende eingängig-schneller, Sturm los der seine ganze Atmosphäre aus dem sehr eindringlichen Gesang sowie den wenigen Riffs bezieht. Diese minimalistische Auslegung von Polemos ist ausgesprochen gut gelungen und wenn das Lied nach über fünf Minuten endet, ist es fast schon schade dass es bereits vorbei ist.

Bannerwar haben mit Chronicles of pagan steel eine großartige EP herausgebracht, die schneller und aggressiver ist als To honour of fatherland und sollte das folgende Album in diese Richtung gehen, sollte man schon jetzt anfangen sich darauf zu freuen. Die 7“ EP kommt im Gatefold-Cover und ist auf 500 Kopien limitiert.

01. Spartan virtue
02. Polemos

Chant Of Blasphemy - Revelation | 2005 | Warfront Productions | Vinyl | Black Death Metal

Wenn man das aufwändig und professionell gestaltete Klappcover aufschlägt, steht dort in großen Lettern geschrieben „Evil Thrashing Black Deathmetal“. Diese Umschreibung der Musik trifft es ziemlich gut, denn das Material dieses 7 Zöllers enthält Elemente aus allen drei Bereichen des Extremen Metals die sich insgesamt in einem Gleichgewicht befinden. Es überwiegt keine Stilistik nennenswert, so klingen Chant of Blasphemy mit Revelation auch sehr eigenständig. Denn durch das Zurückgreifen auf die unterschiedlichen Stilelemente sind die beiden Stücke nicht nur eigenständig sondern auch recht abwechslungsreich ausgefallen. Sowohl was die Instrumentalisierung betrifft als auch im Gesanglichen.

Das Lied Revelation beginnt mit einer ruhigen Einleitung um dann kurz nach Beginn des eigentlichen Liedes immer wieder in eingängige und polternde Strecken zu verfallen. Diese werden mehrmals von schleppenden Passagen oder auch Soli unterbrochen. The mistress of darkness ist mehr an altem Death Metal orientiert, musikalisch wie auch beim Gesang, der tiefer und kräftiger ist als bei Revelation zuvor. Aber auch bei The mistress of darkness zeigen sich immer mal wieder vordergründige Gitarrenlinien die das Ganze positiv unterstreichen.

Mit ihrer dritten Veröffentlichung haben Chant of Blasphemy ein sehr interessantes Werk veröffentlicht, das Spannung auf ein eventuell irgendwann folgendes Album schürt. Denn sollten Chant of Blasphemy auf den nächsten Erscheinungen diese eigenständige Mischung aus Death-, Thrash- und Black Metal beibehalten, werden diese sicherlich für einiges Aufsehen sorgen.

Diese schön gestaltete 7“ EP ist auf 500 handnummerierte Kopien limitiert.

01. Revelation
02. The mistress of darkness

Black Blood - Cryptic Rituals | 2004 | Werewolf Records | CD | Black Metal

Cryptic rituals ist das Debütalbum der jungen finnischen Gruppe Black Blood. Zieht man das Intro Follow the darkest call und das Outro Tormenting dreams ab, hat man noch vier rohe und ungeschliffene Titel die sich entweder schleppend, düster und bizarr dahin ziehen oder in einem schnellen und monotonen Takt verharren. Bei den schnellen Liedern und Strecken zeigen Black Blood Schwächen. Die Instrumente sind zu schwach und leise, werden von der markanten und grimmigen Gesangsstimme einfach in den unbedeutenden Hintergrund verdrängt. Das Schlagzeug ist dann phasenweise praktisch gar nicht mehr zu hören. Bei den langsameren Stücken ist es hingegen anders. Sowohl der Klang ist besser als auch das Material als solches. Sie sind vielschichtiger, die Gitarren beglücken mit interessanten und unterschiedlichen Melodien und auch verschiedene Rhythmen steigern die Wertigkeit.

Es ist schade dass die Unterschiede zwischen den schnellen und eingängigen Passagen und den facettenreicheren langsamen Strecken so groß sind. Da wird durch das leise, ideenlose und monotone „Rauschen“ die zuvor aufgebaute Atmosphäre kaputt gemacht. Bleibt es also abzuwarten, in welche Richtung sich Black Blood entwickeln werden und ob sie die zum Teil erheblichen Klangdefizite ausmerzen könnten. Interessante Ansätze sind vorhanden, aber viel mehr bisher noch nicht.

01. Follow the darkest call
02. Rise of a cursed soul
03. Awakening of the black Holocaust
04. Cryptic ritual
05. Black sorcery of desecration and death
06. Tormenting dreams 

12.11.2005

Aaskereia - Zwischen den Welten | 2005 | Christhunt Productions | CD | Black Metal

Nach dem großartigen 7“ Vinyl von 2003 und dem dann eher mäßigen Album Mit Raben und Wölfen, zeigen sich Aaskereia nun mit der aktuellen MCD in Hochform. Dies wird schon gleich mit dem ersten Titel Erkenntnis deutlich, welcher – trotz der Kürze von ca. dreieinhalb Minuten – alle Vorzüge der Band brillant in sich vereint. Nämlich dieses treffsichere Wechselspiel melodischer und brachial mitreißender Arrangements. Neben dem charismatischen - und natürlich oftmals sehr verzerrten – Gesang bilden die abwechslungsreich und lebhaft gespielten Gitarren die Speerspitze von Aaskereia. Aber auch am Schlagzeug gibt man sich betont variabel. Die Elemente werden sowohl antreibend als auch polternd souverän bedient, wobei das Becken stets geschickt miteinbezogen wird und entsprechend gut zur Geltung kommt.

Zwischen den Welten ist eine durch und durch gelungene und stimmige Erscheinung, die sowohl ihre melodischen und harmonischen Seiten hat aber auch sehr eindringliche, geradlinige und brutale Anteile mit sich bringt. Da bleibt es nur noch zu hoffen, das Aaskereia dieses Niveau weiterhin halten können und dies auf dem nächsten Album zeigen.

01. Erkenntnis
02. Die Flöten des Pan
03. Instrumental
04. Der stille Schrei
05. Im Schattenlicht zwischen den Welten 

Askuror / Vargshelske - Kirchenbrand | 2005 | Nordsturm Productions | CD | Black Metal

Sowohl Askuror als auch Vargshelkse sind beides Gruppen, die noch nicht so lange bestehen. So ist Kirchenbrand für Askuror bereits der dritte Schlag, so stellt diese Split für Vargshelkse das erste Lebenszeichen dar.
Das gleichnamige Anfangslied Kirchenbrand zeigt recht schnell, womit man es mit Askuror zu tun hat und was von ihnen im weiteren Verlauf der CD zu erwarten sein wird. Nämlich Schlachtenhymnen die teilweise stark in Richtung Pagan Metal tendieren. Askuror spielen oft melodisch – eben hymnenhaft – auf, wozu sie geschickt ein Keyboard benutzen. Geschickt deshalb, weil es sich gut und geschlossen mit der restlichen Musik deckt, und nicht zu dick aufgetragen wurde. Mancherorts fühle ich mich sogar ein wenig an Bathory erinnert. Das liegt aber wohl an der getragenen Atmosphäre die Askuror erzeugen, da ihre Lieder streckenweise erhabene und bedächtige Passagen haben. Viel markanter aber ist der Gesang, der sehr präsent und eindringlich ist. Er ertönt warm, kehlig und laut und ist mehr sprechend respektive erzählend als singend. Diesen Umstand kann man durchaus als einen Kontrastpunkt empfinden, denn obwohl Askuror auch schnelle und eingängig gespielte Strecken haben, wirkt die Musik äußerst selten brutal oder aggressiv – der Gesang jedoch bringt etwas Gewalttätigkeit in die Musik.

Bei Vargshelske ist das anders. Sofort mit Unlimited hate erklingt greller, schneller Black Metal der wütend tobt und stampft. So gesehen ist der zweite Beitrag von Kirchenbrand das Gegenteil vom ersten. Bei Vargshelske findet man ruhige und melodische Momente viel seltener. Dann und wann gibt es zwar durchaus ruhigere Momente der Einkehr, zum Beispiel mit kurzen sanften Gitarrenmelodien doch stampft das Schlagzeug dabei oft im Hintergrund unbeeindruckt weiter. Die Vielschichtigkeit von Vargshelske liegt eindeutig im Gitarrenspiel, welches selten still steht und neben den unterschiedlichen Riffs und Melodien auch verschiedene Spielweisen erkennen lässt. Ebenso wie bei Askuror, ist auch hier der Gesang sehr präsent und zentral, er ist grell verzerrt und überlagert manchmal alles andere. Für eine erste Veröffentlichung allerdings, ist es sehr anständig was Vargshelske da abgeliefert haben. Schneller und rauer Black Metal, mit einem Hang zur Eigenständigkeit.

Kirchenbrand ist eine gelungene Split-Veröffentlichung zweier sehr unterschiedlicher Gruppen, die beide Potential erkennen lassen und auch für sich zu überzeugen wissen. Ich bin gespannt, wie sich Askuror und Vargshelkse auf folgenden Tonträgern präsentieren werden.
Kirchenbrand ist in einer Auflage von 1000 Stück erschienen.


ASKUROR
01. Kirchenbrand
02. Feuerglanz
03. Widerstandskrieg
04. Majestätik eines eisernen Winters

VARGHELKSE
05. Intro
06. Unlimited hate
07. Nocturnal horizon
08. Perish
09. Hollow moon
10. Eternal frost
11. Outro