19.11.2004

Erhabenheit - Mauern | 2004 | Phlegeton Productions / Nightfog Productions | CDR | Black Metal

Diese mit dem Namen Mauern betiltete CD von Erhabenheit beinhaltet das erste, bisher unveröffentlichte Demo Von Kerkern aus Licht, welches für Mauern komplett neu eingespielt wurde sowie die beiden Demos Vom Zerfall der Seelengemäuer und Erschaffen aus des Feuers Gier. Erhabenheit stehen voll und ganz im Zeichen vom einfachen und ehrlichen Black Metal. Die musikalische Umsetzung ist durchgehend überschaubar und dezidiert ausgefallen, es wird konsequent auf alles Überflüssige verzichtet. Genau dieses Durchsetzungsvermögen ist die große und klare Stärke und Überlegenheit von Erhabenheit und dieser CD-Veröffentlichung. Einigen mag es auf die Dauer von elf Titeln zu monoton und eingängig sein, zu arm an Abwechslung. Andere aber werden genau diese Auslegung und Handhabe zu schätzen wissen und die subtilen und Stimmungen und Melodien sehr genau spüren und wahrnehmen. Auf der CD sind schnellere Stücke genau so vertreten wie langsame und bedrückend tragende Lieder. Trotz unterschiedlicher Aufnahmen aus zwei verschiedenen Jahren ist die Handschrift stets die selbe. Beim Hören hat man nicht den Eindruck eine Zusammenstellung verschiedener Demobänder vor sich zu haben. Dies ist ein weiteres positives Merkmal dieser CD. Ein wenig störend sind aber die sehr grell gestimmten Gitarren die manchmal ein paar Nuancen zu grell im Ohr schwingen, dies passt zwar wunderbar in die klangliche Landschaft und Beschaffenheit, ist im Ohr aber ab einer gewissen Lautstärke etwas unangenehm. Die CD ist in einer Auflage von 222 Kopien erschienen, kommt in einer kreisrunden Metallbox und enthält neben CD und einem Beiblatt auch eine angekokelte Seite einer christlichen Schrift.

01. Vom Anbeginn der neuen Zeit (Mauern I)
02. Traum der toten Sonnen
03. Vom Sterben der Weiten (Mauern II)
04. Vom Verlust der Kristallfunken
05. Vom Irrlauf in den Eisenwäldern
06. Vom Regen am Schicksalsquell
07. Im Geleit von Blut und Licht
08. Pfad der Sünder
09. ... zu Asche
10. Jenseits der Wigrid
11. Helgeweiht

Eradication - The Great Cleaning | 2004 | Undercover Records | CD | Black Metal

The great cleaning ist die bisher erste und einzige bekannte Veröffentlichung von Eradication aus Frankreich, in der Kaiser W. – bekannt von Ad Hominem – singt und die Gitarre spielt. Damit dürfte nun bereits klar sein, dass Eradication Black Metal spielen und nichts anderes. Es ist alles schon mal da gewesen was die Franzosen dem Hörer verabreichen, jedoch ist dies nicht weiter beklagenswert. Denn genau das will man ja auch. So gesehen ist The great cleaning durchaus ein interessantes Werk, eben weil es sehr solide ist und alle bewährten Zutaten gekonnt arrangiert und umgesetzt wurden. Wer vermutet, Eradication gehen in die selbe schnelle und brutale Richtung Ad Hominem's, der täuscht sich. Eradication geben zwar ebenfalls kompromisslosen Black Metal zum Besten, allerdings mehr an die alte Schule orientiert. The great cleaning besitzt nämlich einige langsame, mittelschnelle und schleppende Passagen die durchaus ansprechend gestaltet sind, vor allem wegen der Gitarren die gut und abwechslungsreich bedient wurden und phasenweise gar ein wenig melancholisch klingen.
Mit dem kurzen The madness of closed sleeps leisten sich Eradication allerdings doch ein etwas ungewöhnliches respektive vom Rest des Albums abweichendes Lied. Es beginnt kraftvoll und melodisch um dann kurz in ein kurzen tosenden Sturm loszubrechen und dann anschließend wieder zu verschiedenen schleppenden Rhythmen und melodischen Elementen zurückzukehren. Es wirkt etwas seltsam, kommt aber gut rüber.
Für alle die kompromisslosen und traditionellen Black Metal mögen, ist Eradication sicherlich eine Gruppe die man sich mal anhören sollte, vor allem die zahlreichen langsameren Strecken des Albums besitzen einige interessante Strukturen und Stimmungen.

01. The great cleaning
02. Monuments of aberration
03. Post atomic reality
04. Will to create
05. The kingdom of shame
06. The fruit of prostitution
07. The madness of closed sleeps
08. Born of Eradication

17.11.2004

Elite - Kampen | 2004 | Agonia Records | CD | Black Metal

Bei Kampen handelt es sich um das Debutalbum von Elite. Geboten wird nordischer Black Metal der sehr auf den Gesang fixiert ist. Die Gesangsstimme befindet sich stets im Mittelpunkt und drängt die Instrumente zu sehr ins Abseits. Besonders schlimm ist es aber nicht, denn Elite haben es nicht hingekriegt Material zu schreiben und einzuspielen das einen in helle Begeisterung versetzt. Es wirkt zunächst wie ideenlose und solide Hausmannskost ohne weiterreichenden Mut eigene Akzente zu setzen. Nein, Kampen ist kein schlechtes Album geworden, man hat schon versucht etwas Lebendigkeit mittels Gitarren einzuhauchen. Gerade wenn sich Elite in der Einleitung eines Liedes befinden oder eine ruhige Passage spielen, zeigen sie durchaus ein gewisses Potential. Da diese aber selten sind und man sich zumeist im eher eingängigen und sehr langen Hauptteil eines Stückes bewegt, kann der Funke nicht überspringen. Die Lieder sind alle recht lang und da wird es zu schnell langweilig wenn es einfach nur relativ schnell vorwärts geht, das Schlagzeug leise und ohne wirkliche Idee daher kommt und lediglich zur Auflockerung simple Breaks benutzt wurden. Vielleicht würde der Eindruck etwas anders ausfallen wenn die Gesangsspur nicht zu laut, nicht zu dominant wäre, aber das liegt jedoch im Bereich der Spekulationen und so kann man nur warten wie es Elite beim nächsten Album anstellen werden.
Kampen ist nicht schlecht, es ist für ein Debut sogar ganz anständig aber angesichts der heutigen Zustände ist das nicht genug.

01. Berserkerens manifest
02. Tusen aar i lysets vold
03. Brent av lyset
04. Kampen for vaart norroenne rike
05. Trollkvinnens sang
06. Fanget i vrede

14.11.2004

Corpus Christii / Thesyre - F.O.A.D. | 2004 | Sadolust Records | CD | Black Metal

Wer von Corpus Christii hiermit nun eine Fortsetzung von Tormented belief erwartet, wird enttäuscht werden. Die Lieder auf F.O.A.D. sind sehr unterschiedlich, sowohl von Struktur als auch von Klangqualität. Insgesamt aber ist zu sagen, dass Corpus Christii hier rauer und barbarischer klingen als zuletzt auf Tormented belief, die Portugiesen klingen mehr wie in alten Tagen. Wenn man die beiden Covertitel abzieht, bleiben ohnehin nur noch drei eigene Stücke übrig. Zwei davon schnell, eingängig und irgendwie minimalistisch, angetrieben vom wütenden Gesang. Anders ist es nur mit dem ruhigern und auch rockigen Night club.

Die Kanadier Thesyre präsentieren sich weitaus weniger radikal beim eigenen Material. Es ist überwiegend in einem mittelschnellen Tempo angesiedelt, wenn, dann nur mal streckenweise beim langen Independent eingängig, ansonsten wissen sich Thesyre nicht zu helfen und können damit nicht überzeugen. Zudem ist das bereits angesprochene Independent auch eher ein Scherz, da die Hälfte des Liedes nur noch das Abklingen des Liedes ist, recht langweilig umgesetzt und das Ganze nur unnötig in die Länge ziehend.

Da sind Deathcrush, nachgespielt von Corpus Christii und Sang nordique interpretiert von Thesyre noch die einzigen Höhepunkte von F.O.A.D. . Somit ist die Scheibe einfach nur lächerlicher Durchschnitt der schnell in der Versenkung verschwindet.

CORPUS CHRISTII
01. War in thy name
02. Termination (TheSyre Cover)
03. Night club
04. Deathcrush (Mayhem Cover)
05. Clock of death

THESYRE
06. Deathcrush (Mayhem Cover)
07. Worldwide massgrave
08. Penetrator (Corpus Christii Cover)
09. Campaign of fear
10. Sang nordique (Akitsa Cover)
11. Independent 

04.10.2004

Xasthur - To Violate The Oblivious | 2004 | Total Holocaust Records | CD | Black Metal

Und schon wieder ein weiteres Werk aus dem Hause Xasthur. Ebenfalls wieder ein Werk, das nicht gänzlich aus neuem Material besteht. Malefic muss so langsam darauf acht geben, durch eine Flut von Veröffentlichungen nicht an Abnutzungserscheinungen schnell in eine langweilige Ecke abzudriften. Das gutes und ausgereiftes Material seine Zeit benötigt, dürfte jedem bekannt sein der sich ernsthaft mit Musik beschäftigt. So verwundert es auch nicht wirklich, dass To violate the oblivious etwas schwach und ideenarm wirkt. Zwar ist die Produktion mit Abstand die Beste aller bisherigen Veröffentlichungen von Xasthur, doch kann sich das enthaltende Material auf dem neuen Tonträger nicht durch qualitative Merkmale abheben. Den Liedern fehlt das gewisse Etwas, ein besonderer Glanz der es unvergesslich macht. Das sind zwar ziemlich gehobene Ansprüche, doch die darf man Xasthur freilich stellen. Schlecht ist To violate the oblivious nicht, so ehrlich muss man sein. Malefic hat im typischen Stile von Xasthur, neues Material geschrieben und das gewohnt gekonnt und überzeugend umgesetzt. Aber das ganze wirkt viel zu berechenbar und es fehlen die aggressiven Ausbrüche völlig, die auf früheren Werken vorkamen.

Es ist schwierig die Eindrücke des Materials einzuschätzen und zu bewerten, Xasthur haben hiermit keinen Rückschritt gemacht, aber auch nichts bewegendes neues geschaffen. Ein Werk im Zwiespalt der Stagnation, welches vielleicht auch an meinen überhöhten Erwartungen ein wenig scheitert. Das macht auch der fabelhafte Klang nicht mehr wett und die gleich bleibende düstere Atmosphäre die das Werk durchaus besitzt.


01. Intro
02. Xasthur within
03. Dreams blacker than death
04. Screaming at forgotten tears
05. Consumed by a dark paranoia
06. Marked by shadows
07. Apparitional void of failure
08. A gate through bloodstained mirrors
09. Walker of dissonant worlds

Xasthur - Telepathic With The Deceased | 2004 | Moribund Records / From Beyond | CD / Vinyl | Black Metal

Wie es nicht anders zu erwarten war, ist auch das neueste Werk von Xasthur ein düsteres und lang gezogenes Klangspiel düster inszenierter Abgrundvisionen. Jedoch hat sich die Produktion hinsichtlich einiger früherer Erscheinungen deutlich verbessert und darin auch gefestigt. Die langsamen Gitarrenmelodien sowie Gesang und Schlagzeug sind nun stets sauber und klar hörbar. Dass Malefic ein Meister in der morbiden und suizidalen Darbietung ist, dürfte bereits klar sein und diese Intention ist auch voll und ganz auf Telepathic with the deceased vertreten. Das Album unterscheidet sich von Atmosphäre und Songwriting kaum von anderen Veröffentlichungen, manch einem mag es auf die Dauer vielleicht zu langweilig oder stets gleich bleibend sein. Andere hingegen, werden vielleicht genau diese Kontinuität Xasthurs schätzen und mögen. Denn so wenig überraschend Telepathic with the deceased auch ist, umso überzeugender ist es in der Inszenierung Umsetzung. Malefic hat sich nicht lumpen lassen und zehn überwiegend langsam vorgetragene Hymnen komponiert, die letztlich nichts anderes sind als pure Visionen von Dunkelheit. Wirklich gut und schön an dem Ganzen ist das sehr durchschlagskräftige Schlagzeug, welches durch seine immense Präsenz einen angenehmen Kontrast zur Langsamkeit darstellt.

Die CD ist über Moribund Records verlegt und am 28. Juni erscheint das Album bei From Beyond Productions in der Form einer Doppel-LP die auf 999 Kopien limitiert sein wird.

01. Entrance into nothingness
02. Slaughtered useless beings in a nihilistic dream
03. Abysmal depths are flooded
04. May your void become as deep as my hate
05. Telepathic with the deceased
06. A walk beyond utter darkness
07. Cursed revelations
08. Drown into eternal twilight
09. Murdered echoes of the mind
10. Exit

Wyrd - Wrath & Revenge (Demos 1998 - 2001) | 2004 | Solistitium Records | CD | Black Metal

Nach dem uns Wyrd inzwischen vier Alben geschenkt haben, gibt es nun über das norddeutsche Label Solistitium Records eine Zusammenstellung zweier Demoveröffentlichungen (Unchained heathen wrath und Of revenge and bloodstained swords) sowie dem 2000er Promo Songs of northern gale. Wrath & revenge bietet einen interessanten und guten Überblick über die Entwicklung und Schaffenszeit von Wyrd. Da die zwölf Titel in chronologischer Reihenfolge angeordnet sind, fällt es dem Hörer nicht schwer, die musikalische Entwicklung zu verfolgen.

Die ersten sieben Titel stammen vom ersten Wyrd-Demo Unchained heathen wrath. Sie sind noch viel rauer, schneller und teilweise recht brutal im Gegensatz zu den späteren Alben - was ziemlich an Hellkult erinnert. Dennoch ist die typische musikalische Linie deutlich erkennbar, Narqath setzt klare Gesänge ein und die sanften und teilweise verspielt wirkenden Gitarrenmelodien prägen das Klangbild der ruhigeren Stücke. Unchained heathen wrath ist sehr abwechslungsreich, da sich die harschen und aggressiven Stücke mit den längern und gefühlsbetonten abwechseln und eine neue alte Seite von Wyrd zeigen.

Die Lieder Gods of the storm und Song of the northern gale befanden sich ursprünglich auf dem Promo und deuten den eingeschlagenen Weg Wyrds an. Insbesondere Song of the northern gale ist ein längeres Stück, das andächtig und tragend wirkt und hervorragend zu den ersten beiden Alben Heathen und Huldrafolk passt. Genau so auch die beiden überlangen Titel Season of grief und Oath of revenge, die diese wunderbare Stimmung der ersten beiden Alben in sich tragen. Klanglich wie auch spieltechnisch und von der Liedgestaltung her, zeigen Wyrd bereits dort ihre Klasse. Es ist beinahe schade das diese Lieder so in der Form später auf keinem der Alben in Erscheinung getreten sind. Sicherlich sind verschiedene Aspekte und Ideen bei Heathen und später auch Huldrafolk eingeflossen; das läßt sich heraushören, doch gibt es die Lieder so nur auf den Demos und jetzt auf Wrath & revenge.

Die Leute streiten gerne über den Sinn und Unsinn von Neuauflagen von Demoaufnahmen und deren Zusammenstellungen auf CDs. Doch ist es im Falle von Wyrd mehr als angebracht. Denn auf Wrath & revenge sind die Aufnahmen enthalten, die es auf den Alben nicht gibt und von daher ist es neues und ergänzendes Material das jedem der Wyrd mag, mehr als nur gefallen wird. Zum Abschluß gibt es mir Promise ein ganz neues Lied, das 2002 eigens für Wrath & revenge aufgenommen worden ist. Es ist ein sehr ruhiges Stück das aus eine akustischen Gitarre und einem flüsternden Sprechen besteht, sozusagen ein stimmungsträchtiges Outro.

01. Ravenhill
02. Unchained
03. Hel
04. Revenge of the pagan hordes
05. The old warrior
06. Wotan's heir
07. Wyrd
08. Gods of the storm
09. Song of the northern gale
10. Season of grief
11. Oath of revenge
12. Promise

Wyrd - Vargtimmen Pt. 2 | 2004 | Solistitium Records | CD | Black Metal

Dass Narqath der Meister aller Stimmungen ist, ist keine Neuigkeit, doch mit dem neuen Album Vargtimmen pt. 2 unterstreicht und festigt er mit Wyrd den Ruf, glänzende und hervorragende Lieder zu schaffen die eine immense Tiefe Bedächtigkeit besitzen. Die sieben Titel der neuen CD sind sehr hymnenhaft und tragend ausgefallen, ummantelt mit behutsamen Melodien die teilweise an das Album Huldrafolk erinnern. Besonders stark und präsent ist dieser Eindruck bei dem langen und zumeist langsamen The wicker man sowie The pale and the dead und Cold son of the wind mit seinen leisen Anfangsklängen. So wirkt der zweite Vargtimmen Teil insgesamt weniger durchdrungen von schwerer Dunkelheit und Melancholie als der erste Teil, was sicher nicht nur daran liegt, dass die CD erstmalig in Weiß- und Grautönen gestaltet worden ist. Dieses Mal kommen vermehrt ruhige natürliche Passagen und dezidiert klare Gesänge vor die eine gewaltige emotionale Woge erzeugen. Trotz dem helleren Charakter verliert Vargtimmen pt. 2 niemals die leise Ernsthaftigkeit die oftmals mit einer essentiellen Traurigkeit gekennzeichnet ist.
Wie eingangs schon kurz erwähnt, besitzen die Lieder eine gute und tiefe Strukturierung mit tollen Arrangements. Viele Melodien und Harmonien geben sich ein Wechselspiel das trotz aller Tiefe und Komplexität aber niemals überladen oder zu anstrengend wirkt. Wyrd schaffen es auch mit dem vierten Album, ein Werk geschaffen zu haben das trotz der kompositorischen Leistungen eine behutsame Einfachheit besitzt. Sich so gekonnt und überzeugend auf diesem schmalen Grat zu bewegen, ist die vielleicht größte Stärke Wyrds.

Vargtimmen pt. 2 ist sicherlich eine Veröffentlichung, die die Anhängerschaft Wyrds genau so überzeugen wird wie all jene, die es bisher versäumt haben sich mit Wyrd auseinander zu setzen.

01. The wicker man
02. The pale and the dead
03. Redemption
04. Ominous insomnia
05. Cold son of the wind
06. Ghost of winter
07. Deception