03.05.2004

Fogzard - Extreme Atheism | 2004 | Flood The Earth | CD | Black Metal

Fogzard ist eine französische Ein-Mann-Band die nun mit Extreme atheism das erste Album publiziert hat. Die Defizite des Albums werden schnell klar, das geschriebene Material ist nicht sehr anspruchsvoll ausgefallen und so durchzieht das gesamte Werk ein simples Grundgerüst auf welches Fogzard dann ein paar Melodien oder in die Länge gezogene ruhige Momente aufsetzen. Die Geschwindigkeiten von Extreme atheism bewegen sich in einem sehr überschaubaren Rahmen der langsam und schleppend bis mittelschnell ist. Es ist ein ziemlich schwaches Album, denn nicht nur das Songwriting ist einfach langweilig sondern auch noch die instrumentale Umsetzung. Das grausige Schlagzeug erwähne ich jetzt an dieser Stelle nicht. Je länger ich das Album höre, umso mehr beschleicht mich der Eindruck dass da jemand am heimischen Computer irgendwie was aus bewährten sehr eingängigen Stücken per Zufallsgenerator erstellt hat. Es ist alles viel zu berechenbar, obwohl man das Material noch nie gehört hat, weiß man genau was in den nächsten Momenten zu hören sein wird. Eigentlich finde ich Ein-Mann-Projekte ganz interessant und das sie oftmals in einigen Bereichen Schwächen habe, ist klar und zu verschmerzen, doch Fogzard sind mit dieser Darbietung einfach nur völlig daneben und überflüssig.

01. Purificating of flesh and soul
02. Heretic blood
03. Raw spirit
04. The legend of the dark wolves
05. On the tracks of the goat
06. In satanic pride
07. Judeo-christian phobia
08. Outro (Pagan return)

30.04.2004

Feuersturm - Wenn der Tag sich dem Ende neigt | 2004 | Donnerschlag Rex | CD | Black Metal

Nach einem Demo debütiert das Trio hinter Feuersturm mit dem Silberling Wenn der Tag sich dem Ende neigt. Geboten wird zumeist aggressiver Black Metal durchsetzt mit vordergründiger Betonung auf die Gitarre. Auffälligstes Merkmal ist der sehr innbrünstig gebrüllte Gesang, welcher durch seine Präsenz maßgeblich an der Stimmungserzeugung beteiligt ist. Die technische und gestalterische Komponente des Songwritings ist nicht immer einfach nachzuvollziehen. Feuersturm agieren zuweilen sehr impulsiv und brechen regelrecht wie ein Sturm los, für ein paar verflüchtigende Momente macht sich ein chaotischer Eindruck breit der sich aber recht schnell wieder legt. Es wird aber nicht nur brutal und schnell gespielt, ruhige instrumentale Strecken kommen genauso vor, wie eingängig schleppende Passagen. Gut ausgefallen ist der klangliche Bereich, Wenn der Tag sich dem Ende neigt hat einen ehrlichen und authentischen Klang. Schlagzeug und Gitarren klingen oft so, als würde man beim Spielen direkt daneben stehen. Das Album wurde beim Mastern nicht kaputt gemacht, das ist gut. Allerdings klirren die hohen Töne manchmal zu sehr, fällt aber auch nur auf wenn man sich Kopfhörer aufsetzt. Insgesamt haben Feuersturm ein recht ordentliches Album hervorgebracht, vor allem eins, dass im Gedächtnis haften bleibt und nicht gleich in unbekannte Vergessenheit gerät.


01. Wenn der Tag sich dem Ende neigt
02. Märkische Nacht
03. Wo der Ahnen Lied erklingt'
04. Die Banner hoch
05. Nebelpfad
06. Selle aus Eis
07. Over daudens kode mark (Troll Cover)

26.04.2004

Eternity - ...And The Gruesome Returns With Every Night | 2004 | World Terror Committee | CD | Black Metal

… and the gruesome returns with every night ist zumeist schnell gespielt und straff aufgezogen. Straff deshalb, weil es kaum markante und herausragende Merkmale gibt die schnell ins Auge stechen. Von der Beschaffenheit des Materials wie auch vom Klanglichen her, befindet sich alles in einem sehr engen Raum, was manchmal dazu führt dass Eternity etwas platt wirken. Instrumente und Gesang sind zu nah beieinander und da es wenig musikalische Ausbrüche gibt, bleibt es zumeist etwas nüchtern. … and the gruesome returns with every night ist ein eingängiges Album das die meiste Zeit in einem gleich bleibenden Ton an einem vorbeigeht. Eine echte und gute Ausnahme ist das Stück Verhöhnt, welches sich deutlich vom Rest abhebt. Es wurde in einer langsamen und schleppenden Rhythmik eingespielt und auch der Gesang wirkt viel charismatischer im Deutschen; was möglicher Weise an der besseren Betonung in der Heimatsprache liegt. Insgesamt sind die langsam gehaltenen Lieder die besseren auf dieser Scheibe, Eternity wirken dabei einfach überzeugender und es stellt sich viel leichter und schneller ein Hörgefühl ein, als bei den schnelleren und eingängigeren Stücken.

01. Misanthropic suicide
02. Raging
03. Jede Nacht...
04. In the depths of solitude
05. Verhöhnt
06. Grim reapers rapture
07. Glorification of evil
08. Nuclearer Sturm

24.04.2004

Enthroning Silence - A Dream Of Nightskies | 2004 | Painiac Records | Vinyl | Black Metal

Die vier langen Titel auf der zweiten und neusten Enthroning Silence Platte sind rau, grell und düster. Nur allein der Klang der Gitarren erinnert an Suicidal emotions von Abyssic Hate. Ansonsten ist die depressive Spielweise der beiden Italiener eigenständig, auch wenn A dream of nightskies alles andere als etwas neues ist. Das Liedgut ist meistens langsam bis mittelschnell und die Melodien bleiben in einem berechenbaren Rahmen. Wer dem suizidalen Black Metal generell etwas abgewinnen kann, für den wird diese Platte vielleicht trotz aller Mittelmäßigkeit interessant sein. Ansonsten sind die vier Titel einfach zu ideenarm und monoton in ihrem dunklen und melancholischen Gewand. Hier und da sind schon gewisse Ansätze zu verzeichnen, die sich ein wenig abheben können aber insgesamt betrachtet, verlieren sie zu schnell an Bedeutung und gehen in der Langatmigkeit von A dream of nightskies unter. Gerade wenn das Duo das Tempo mal anhebt, zeigen sich interessante Facetten die wie gesagt, zu kurz und zu selten sind.
Die LP ist auf 500 Kopien limitiert.


01. I evoked through mysts and dark...
02. Enigmatic magnificense of misty...
03. Crimson deliverance behind hermetic...
04. Dying at gates of eternity

22.04.2004

Elysian Blaze - Beneath Silent Faces | 2004 | Plague Records | Kassette | Black Metal

Elysian Blaze ist eine bisher noch recht junge Ein-Mann-Gruppe aus Australien, von der kaum etwas bekannt ist. Das Demo Beneath silent faces scheint die zweite Veröffentlichung zu sein. Wie für eine Ein-Mann-Band üblich, gibt es natürlich einige Abstriche im qualitativen Bereich der Musik, in diesem Falle beim Schlagzeug. Es wird vermutlich ein Drum-Computer zum Einsatz gekommen sein, welcher nur seinen simplen Zweck erfüllt und nicht weiter auffällt. Viel interessanter und auch wichtiger, ist die Atmosphäre die Elysian Blaze erzeugen. Diese ist nämlich bedrückend, düster und melancholisch. Das liegt zum großen Teil an dem Klang von Beneath silent faces sowie der sehr gefühlvollen Spielweise und den Melodien der Gitarre. Der Klang ist nämlich von einer wunderbaren verwaschenen und rauschigen Beschaffenheit, insbesondere dann wenn die langsam gespielten Gitarren und der Gesang zum Tragen kommen. Einen ähnlichen Klang haben Mightiest auf frühen Werken und auch Horizon's Opening .

Beneath silent faces ist über sehr weite Strecken langsam gespielt, manchmal allerdings auch phasenweise etwas schneller und dabei dann sehr monoton - was wie ein angenehmer Kontrast zum langsamen, dunklen wirkt. Obwohl die Lieder alle ziemlich lang geworden sind, kommt keine Langeweile auf. Elysian Blaze wissen sehr gut mit der Atmosphäre und der daraus resultierenden Stimmung umzugehen. Wer düsteren und beklemmenden Black Metal mit Doom-Einschlag mag und sich nicht an einem einfachen Schlagzeug stört, dürfte an Elysian Blaze mit Beneath silent faces gefallen haben.

In naher Zukunft wird bei der deutschen Plattenfirma Northern Silence Productions das Debütalbum Cold walls and apparitions als CD und LP erscheinen. Ich bin sehr gespannt und voller Erwartung.

01. Anvil chorus
02. Prophecy of misery
03. A constellation of souls
04. The thorned tongue of requiem
05. Beneath silent faces
06. Dark are my nights

19.04.2004

Eiserne Dunkelheyt - Lebensekel | 2004 | Bøddel Productions | Kassette | Black Metal

War das vorangegangene Demo Traumwelt insgesamt noch sehr grimmig und rau beschaffen so wird Lebensekel überraschend ruhig, harmonisch und melodisch mit Ein Leben ging dahin eröffnet. Nach dieser kurzen unerwarteten Einleitung beginnt das eigentliche Lied, welches langsam aber kraftvoll bleibt und immer mal wieder von ruhigen melodischen Passagen durchbrochen wird. Wobei jegliche Harmonie und Melodik gänzlich durch die Gitarren erschaffen wird, was Eiserne Dunkelheyt gut umgesetzt haben. Nach dem schleppend langsamen Ein Leben ging dahin wird Lebensekel mit dem schnelleren und rockigen Autoagressiva fortgeführt, in dem vor allem das Riffing teilweise sehr rockig ist. Leider sind hierbei die Saiten zu laut und übersteuern bei den tiefen Tönen. Mit Der Tag des ewigen Erwachens folgt ein langes und eingängiges Stück mit antreibender Rhythmik und eindringlich verzerrtem Gesang. Zum Ende hin wird das Lied ruhiger und langsamer und es kommen wieder rockige Riffs zum Tragen, die leider auch hier wieder zu laut sind. Mit Feuertod endet Lebensekel auf eine bestialische und morbide Art und Weise, da es instrumental ruhig und beschaulich zur Sache geht, doch die klaren und verzerrten Kreischgesänge extrem und beklemmend sind. Zu guter letzt gibt es dann mit Deadhouse ein Coverstück von Katatonia, was von Eiserne Dunkelheyt überaus gut interpretiert und umgesetzt wurde. Musikalisch ist es dem Original recht nahe, aber der gesangliche Bereich wurde sehr eigenständig gestaltet, verzerrter Kreischgesang in verschiedenen Variationen sowie leise chorale Gesänge kommen zum Einsatz.

Mit Lebensekel haben Eiserne Dunkelheyt ein insgesamt melancholisches aber durchaus vielschichtiges drittes Demo veröffentlicht, welches sich von den anderen sehr unterscheidet. Die einzige wirkliche Schwäche für mich ist das wilde Autoagressiva, was wegen der zu lauten Saiteninstrumente stellenweise einfach zu unstrukturiert und chaotisch wirkt. Mit den beiden langen Stücken Ein Leben ging dahin und Der Tag des ewigen Erwachens haben Eiserne Dunkelheyt zwei gute stimmungsintensive Lieder auf dem Demo, die vielleicht den Weg für die Zukunft deuten. Denn sowohl im gesanglichen wie auch melodischen Bereich liegen ganz klar die Stärken von Eiserne Dunkelheyt.

Erschienen ist Lebensekel in einer Auflage von 111 Kopien.

01. Ein Leben ging dahin
02. Autoagressiva
03. Der Tag des ewigen Erwachens
04. Feuertod
05. Deadhouse (Katatonia Cover)

10.04.2004

Division Hagal - Politisch korrekt | 2004 | Flammentod Produktionen Teutschland | Kassette | Black Metal

Politisch korrekt klingt ein wenig wie eine brutalere Ausgabe von Nordreich, was damit zu begründen ist, dass Division Hagal ihr zweites Demo in Skatvals Klangreich aufgenommen haben. Allein schon durch diese Tatsache bekommt das Demo einen angenehmen Glanz. Aber auch musikalisch lassen sich Division Hagal nicht lumpen. Die Lieder sind allesamt von interessanter Struktur, teils schnell und brutal, teils langsam und darin durchdrungen von facettenreichem Gitarrenspiel. Neben dem sehr eindringlichen und markanten Gesang, der teilweise sehr verzerrt und mit leichtem Hall zu hören ist jedoch stets eine gewisse Aussagekraft besitzt, stellen die Gitarren durch ihren Klang und ihre Spielweise die charakteristischen Eckpfeiler von Politisch korrekt dar. Durch die geschickte Anordnung dieser Elemente, ist es Division Hagal gelungen, ein eigenständiges und in gewissem Maße auch abwechslungsreiches Demo herzustellen. Für mich ein überraschendes und positives Demo, das ganz klar musikalische Überzeugungskraft besitzt.

01. Hagal (Stahl soll's regnen)
02. Der wahre Terror
03. Wie lange noch?
04. Ode an Berlin (Politisch korrekt)
05. T.U.Z.
06. Ausklang

Disinter - As We Burn | 2004 | Morbid Records | CD | Death Metal

As we burn ist das dritte und bisher auch eindrucksvollste Album von Disinter. Von der ersten bis zur letzten Sekunde ist die neue Scheibe ein packendes und brachiales Death Metal Inferno. Ich habe seit langem kein Album mehr aus diesem Bereich gehört, das trotz aller rigorosen Brutalität eine solch intensive Stimmung verströmt wie As we burn. Die Lieder sind zwar zum Teil technisch ausgefallen, jedoch niemals zu sehr und bestechen allesamt durch eine klare und druckvolle Produktion. Gerade der Aspekt, dass die Amerikaner niemals zu sehr in technische Agitation verfallen sondern stattdessen immer die erfrischende Spielfreude im Vordergrund stehen lassen, macht As we burn zu einem sehr überzeugendem Album. Wie bereits erwähnt, geht es überwiegend heftig und schnell zur Sache, doch wie auch auf den beiden Alben zuvor, gibt es auch einige ruhigere Momente die durch gut gespielte Soli oder gemächlicheren Melodien erzeugt werden. Überhaupt sind die stets präsenten Klangwände aus den schnellen Rifs, die zum Teil eingängig aber auch abwechslungsreich sind, ein gutes und charakteristisches Merkmal.

Bleibt abschließend eigentlich nur kurz zusammenfassend zu sagen, dass As we burn ein heftiges, intensives und ergreifendes Album ist, das Spaß macht und klug strukturiert ist.