09.04.2004

Dhaubgurz - Forest Of Souls | 2004 | Eigenproduktion | CDR | Black Metal

Forest of souls ist das erste Demo von Dhaubgurz, einer spanischen Ein-Mann-Band. Gleich von Begin an fällt auf, dass das Demo einen sehr ordentlichen Klang hat, der teilweise sehr kräftig ist und beim Hören nicht unbedingt vermuten lässt, es mit einem Demo zu tun zu haben. Die drei Titel von Forest of souls (ohne Outro) sind in einem schnellen treibenden Grundgerüst gebettet das von einigen interessanten und netten Verzierungen begleitet wird. Insbesondere die Saiteninstrumente betreffend, sind die Lieder sehr interessant und gut gestaltet worden. Es bleibt nie bei ein paar wenigen sich abwechselnden Griffen und Akkorden sondern Spielfreude- und Verständnis an der Gitarre sorgen für eine vielschichtige Atmosphäre. Das Schlagzeug kann sich auch hören lassen, es ist nicht einfach nur ein Taktgeber der simpel gehalten im Hintergrund steht. Dafür hat es teilweise viel zu sehr an Durchschlagskraft und schürt maßgeblich das aggressive Potential von Dhaubgurz durch verschiedene Tempi und Rhythmik innerhalb der einzelnen Titel.
Für ein erstes eigenes Demo, kann sich Forest of souls ganz eindeutig sehen und hören lassen. Die Lieder haben eigene Ideen die gut umgesetzt wurden und so darf man auf jeden Fall gespannt sein, ob sich der richtige Weg von Dhaubgurz auf der nächsten Veröffentlichung in die richtige Richtung beibehalten wurde.

01. The battle of the infernal souls
02. In the presence of the shadows
03. The return of the mighty darkness
04. Outro

07.04.2004

Desaster - Brazilian Blitzkrieg Blasphemies | 2004 | Mutilation Records | Vinyl / CD | Black / Thrash Metal

Nach diversen Jahren und Veröffentlichungen gibt es nun endlich auch mal ein Live-Album von Desaster. Dass sie es verstehen, mitreißend und überzeugend live auf der Bühne zu spielen dürfte jedem bekannt sein, der sie mal auf einem der unzähligen Konzerte gesehen hat. Neben alten und bekannten Liedern beglücken uns die Koblenzer auch mit einem neuen Titel, vom nächsten Desaster-Album, Ghouls to strike. Brazilian Blitzkrieg blasphemies ist ein durch und durch gelungenes Live-Album. Der Klang ist sehr gut, auch wenn die tiefen Töne manchmal zu kräftig sind wenn man die Anlage etwas lauter aufdreht. Besonders positiv an der Scheibe ist, dass die Ansagen von Sataniac zwischen den Liedern nicht raus geschnitten wurden sondern komplett auf dem Tonträger enthalten sind. Es wurde quasi das gesamte Konzert auf CD gepresst ohne im Nachhinein die Titel für die CD zu zerschneiden. Das sorgt natürlich für eine wohlige Livestimmung daheim, auch wenn das brasilianische Publikum vielleicht etwas zu leise ist.

Brazilian Blitzkrieg blasphemies ist ein wunderbares Live-Album, Desaster tragen ihre Stücke sehr professionell vor und transportieren die Stimmung der Stücke sehr gut. Die Scheibe dürfte für jeden Anhänger der Band wohl ein absolutes Muss sein. Mit einer gesamten Spieldauer von über 70 Minuten ist das Hörvergnügen auch von einer stattlichen Ausdauer.

01. Skyline in flames
02. In a winter battle
03. The swords will never sink
04. Desaster - Brazilian Blitzkrieg blasphemies
05. Symphony of vengeance
06. Devil's sword
07. Tyrants of the netherworld
08. Nighthawk
09. Ghouls to strike
10. Fields of triumph
11. Teutonic steel
12. Hellfire's dominion
13. Necrolord
14. Necropolis kathargo
15. Metalized blood
16. Witchcraft

04.04.2004

Deathchain - Deadmeat Disciples | 2004 | Dynamic Arts Records | CD | Death Metal

Nachdem die Finnen sich 1997 unter dem Namen Winterwolf gegründet hatten und zwei Demos veröffentlichten gab es in der Folgezeit Umbesetzungen und den neuen Namen Deathchain unter dem nun auch das erste Album auf die Hörerschaft losgelassen wird. Losgelassen wird es im wahrsten Sinne des Wortes, denn Deadmeat disciples ist eine explosive Mischung des Thrash- und Death Metals. Stilistisch durchaus mit Under the blade von Defleshed zu vergleichen. Mindestens genau so impulsiv wie auch intensiv geht das Quintett hier an die Sache heran. Ständig in Bewegung, Geschwindigkeitswechsel, Breaks und ein sehr abwechslungsreiches Riffing wo auch die Soli nicht zu kurz kommen. Die einzelnen Titel sind anstandslos umgesetzt geworden, gekonnt arrangiert und verlieren sich nicht in einem langweilig werdenden Gebolze mit minimalem Einsatz an den drei Saiteninstrumenten. Deathchain verstehen es voll und ganz, die ehrfürchtige Stimmung des Metals in ihrer Musik zu transportieren und wirken dabei aber niemals wie eine ideenlose Band die altbewährtes neu aufwärmt. Solche Erscheinungen wie Deadmeat disciples brauchen und leben von einer kräftigen und druckvollen Produktion, die haben Deathchain mit ihrem Debut auch. Können die Finnen ihr Material live genau so antreibend und mitreißend in Szene setzen wie im Studio, ist mit Deathchain eine Band entstanden die die Meute vor der Bühne in ein wildes Inferno verwandeln kann.

Deadmeat disciples ist ein mehr als gelungenes und furioses Werk geworden, das jedem das Herz erwärmen dürfte der es versteht sich an den Elementen des Metals zu erfreuen.

01. Chaos wartech
02. Rabid vultures
03. Poltergeist (The nemesis)
04. March of the thousand legions
05. Carnal damage
06. Undertaker
07. Skeletal claws
08. Carrier of pestilence
09. Deadmeat disciples

03.04.2004

Daemonlord - The End Of The Era | 2004 | Ketzer Records | Vinyl | Black Metal

Die Bands der iberischen Halbinsel scheinen eine besondere Vorliebe für ungewöhnliche, seltsame und extreme Gesangsstimmen (Inner Helvete, Cryfemal, Primigenium) zu haben. Dieser Fall trifft auch auf die spanische Band Daemonlord zu, die gerade über Ketzer Records eine Neuauflage des 2000er Demos The end of the era mit zwei zusätzlichen Titeln auf einem 12" Vinyl veröffentlicht haben. Wie bereits in der Einleitung erwähnt, ist der Gesang das auffälligste Merkmal von The end of the era. Er wirkt stark verzerrt, etwas bizarr und ist mehr dabei gesprochen als gesungen. Dieser bizarre, verzerrte Effekt kommt vielleicht daher, dass zwei oder mehrere Gesangsspuren übereinander gelegt wurden. Wichtig für die Scheibe ist wohl der Umstand, inwieweit man sich als Hörer mit dieser Gesangsauslegung zurecht kommt und sich mit ihr anfreunden kann. Denn um einen Zugang zur Platte zu bekommen, muss einem der Gesang vertraut sein. Musikalisch ist The end of the era eine Mischung aus schnellen und mittelschnellen Passagen die von abwechselnden und verschiedenen Gitarrenmelodien begleitet werden. Trotz des gewissen Grundtempos wirken Daemonlord aber nicht aggressiv oder brutal. Im Gegenteil, gerade wenn es etwas langsamer ist und die teilweise recht klaren Melodien im Vordergrund stehen, entsteht eine eher gedämpfte und bedrückende Atmosphäre.

Nach mehrmaligen Anhören hat die Platte durchaus ihren eigenen Reiz und einige interessante Aspekte die durch das Songwriting und die Arrangements entstehen, nichts desto trotz ist The era of the end aber auch kein Knaller der vom Hocker reißt. Jedoch handelt es sich hierbei im Grunde um ein Demo, und Demos sind ja im seltensten Fall wahrhaftige Meisterwerke geschmiedeter Klangkunst. Die MLP ist auf 500 Kopien limitiert.

01. Intro
02. Other existence
03. My word
04. The restoration of the dark earth
05. A quest, the search
06. The towers of griefdoom

02.04.2004

Deathspell Omega - Si monvmentvm reqvires, circvmspice | 2004 | Norma Evangelium Diaboli| CD / Vinyl | Black Metal

Nach mehreren Split-Veröffentlichungen und zwei Alben, haben die Franzosen über die junge Plattenschmiede aus ihrem Heimatland, nun das dritte Album fertiggestellt und publiziert. Dem ersten Eindruck nach, haben sich Deathspell Omega aber gewandelt, leicht verändert, gerade was den Bereich des Gesangs angeht, muss man sich neu einstellen. Gar nicht so einfach wenn man das alte Material kennt und es schätzen gelernt hat. Um gleich mal bei der Gesangsstimme zu bleiben. Sie ist relativ flach und kraftlos ausgefallen, wirkt neben der Klangkulisse einfach langweilig und wenig aussagekräftig. Für mich das große und entscheidende Manko von Si monumentum requires circumspice. Denn vom Gesanglichen ein mal abgesehen, haben Deathspell Omega nicht mit sich lumpen lassen. Im Vergleich zu den bisherigen Veröffentlichungen ist die Produktion besser ausgefallen, das Schlagzeug besitzt mehr Druck und die Spuren sind klarer abgemischt so das insgesamt ein klarerer Klang entstanden ist, bei dem sich die einzelnen Instrumente deutlich voneinander getrennt, heraushören lassen.

Das Material auf der neuen Platte ist auch um einiges vielschichtiger ausgefallen als das bisher gewohnte. Immer mal wieder gibt es ruhigere Instrumentalstücke mit religiösen Chorgesängen im Hintergrund. Aber auch sonst ist Si monumentum requires circumspice keine eintönige Erscheinung, die zumeist längeren Lieder weisen ein überlegtes Songwriting auf und das bekannte und bewährte Geschick im Umgang mit den Gitarren gefällt und überzeugt auch auf dem dritten Album. Insgesamt bewegen sich Deathspell Omega in einem abwechslungsreichen Rahmen, viele Geschwindigkeitswechsel sind enthalten und egal ob es gerade langsam oder antreibend schnell ist, monoton und eintönig wird es nicht. Mit über 77 Minuten Spielzeit ist es ein sehr langes Album, welches als CD und DLP erhältlich ist.

01. First prayer
02. Sola fide I
03. Sola fide II
04. Second prayer
05. Blessed are the dead whiche dye in lorde
06. Hetoimasia
07. Third prayer
08. Si monumentum requires circumspice
09. Odium nostrum
10. Jubilate deo (O be joyful in the lord)
11. Carnal malefactor
12. Drink the devil's blood
13. Malign paradigm 

De Lirium's Order - Victim No. 52 | 2004 | Woodcut Records | CD | Death/Thrash Metal

Victim no. 52 ist das intensive Debut dieser finnischen Death / Thrash Band. Die zehn Stücke sind deshalb intensiv, da De Lirium's Order stets lebendig und aktiv an ihren Instrumenten aufspielen, es immer etwas zu hören und zu entdecken gibt, man sich niemals einem Stillstand ausgesetzt fühlt. Das Quartett das sich dahinter verbirgt, hat sehr überwältigendes Material geschrieben und dieses ebenso überzeugend und verführerisch umgesetzt. Aggressiv treibende Strecken sind genau so ein selbstverständlicher Bestandteil wie die vielen thrashigen Einlagen an den Stromgitarren. Victim no. 52 ist ein technisches Album, doch haben De Lirium's Order gut darauf geachtet den technischen Raffinessen nicht den fließenden Spiel- und Hörspaß zu opfern. Es vergeht kein Lied auf der CD, der nicht mitreißend ist. Dank der sehr guten und kraftvollen Produktion kommt die perfekte Beherrschung der Instrumente voll zur Geltung. Es macht einfach Spaß zuzuhören welche Melodien und Rhythmen sie ihnen entlocken. Die Finnen beherrschen sowohl die eingängig brutalen Attacken genau so wie die sehr lebendigen und spielerischen Passagen. Victim no. 52 ist ein sehr starkes Debut, das die Messlatte für folgende Veröffentlichungen sehr hoch legen wird. Ich halte mich ja mit Kaufempfehlungen sehr zurück, doch dieses Mal muss ich eine Ausnahme machen. Wem der Metal durch die Gefäße fließt, der sollte sich diese Scheibe unbedingt zulegen. Mit von der Partie als Sänger ist übrigens Corpse von Deathchain.

01. Sanctuary of incineration
02. Abomination
03. The art of butchering
04. Masterpiece of a morbid mind
05. Victim no. 52
06. Through the eyes of a murderer
07. Nightmare in apartment 213
08. Dr. Delirium orders: Suffering
09. Pathologist's perverse fantasies
10. The sunrise

Darkthule - Beyond The Endless Horizons | 2004 | Battlefield Records | CD | Black Metal

Nach einigen Demobändern ist Beyond the endless horizons nun die erste CD-Publikation dieser griechischen Ein-Mann-Gruppe. Die Richtung in die Darkthule wandern ist eindeutig wie einfach: eingängiger, mit schnellem Grundtempo untermauerter Black Metal mit einem gewissen ideologischem Hintergrund. Die Eingängigkeit von Darkthule ist recht überzeugend, das simpel gespielte Schlagzeug (es kann ein programmiertes Schlagzeug sein) dient faktisch nur als Taktgeber. Die Atmosphäre wird zur Gänze vom markanten Gesang sowie den einfachen und sich zumeist wiederholenden Riffs erzeugt. Die grell gestimmten Gitarren erzeugen eine interessante Klangwand neben dem stampfenden Takt, ihre Spuren überlagern sich zum Teil und sie vermischen miteinander. Die Stimme von Moros, ist kehlig, warm und lebendig und erhebt sich manchmal über die Instrumente, allerdings enthält Beyond the endless horizons relativ wenig Text sodass die gesangliche Leistung nur in einem bestimmten Ausmaß präsent ist.
Beyond the endless horizons ist eine lohnenswerte Veröffentlichung des hellenischen und ungeschliffenen Black Metals.

01. Wonddering through vales and vast spellbound woods
02. Revealment of the cosmic harmony
03. Heathenish wrath
04. The lightning and the sun
05. Beyond the endless horizons
06. Risorgimento

01.04.2004

Dark Tribe - In Jeraspunta / Die Rückkehr der tollwütigen Bestie | 2004 | Black Hate | CD | Black Metal

In Jeraspunta – Die Rückkehr der tollwütigen Bestie ist nach Geboren an den Ufern des Wahnsinns bereits das zweite Album von Dark Tribe und hat es voll und ganz in sich. Sofort mit dem ersten Titel Nothing as darkness wird unmissverständlich klar gemacht, dass es sich hierbei um schonungslosen und heftigen Black Metal handelt, der getrieben ist von wahnsinniger Eleganz und hasserfüllten Takten. Obwohl es nicht vom ersten bis zum letzten Titel durchgehend schnell und brachial ist, versprühen Dark Tribe aber dennoch mit jeder Sekunde Musik ein intensives und unheilvolles Gefühl sowie ständige Brutalität und Aggression. Dazu muss man sich nur The unknown light anhören, der irre Gesang, der phasenweise wie in hysterische Anfälle auszubrechen scheint, und die hellen Gitarren dazu. Ein apokalyptisches Bild wird dort gezeichnet, zumal durch die Taktwechsel und die unterschiedlichen Spielweisen der Gitarren manchmal ein disharmonischer Eindruck entsteht.

In Jeraspunta – Die Rückkehr der tollwütigen Bestie ist zwar zu großen Anteilen laut und heftig, dennoch gibt es aber auch vereinzelte ruhigere und harmonische Momente die allerdings ebenfalls eine dunkle Stimmung in sich tragen. Es ist ein äußerst überzeugendes Album geworden. Nicht nur weil es absolut eigenständig ist sondern vor allem auch, weil es einen sehr nachhaltigen Eindruck hinterlässt, die Vertonung von Aggression und Wahnsinn wunderbar gelungen ist und einigen Hörern sicherlich Kopfschmerzen bereiten wird.

01. Nothing as darkness
02. The seed
03. The unknown light
04. Crimson storm
05. Iron grave
06. Burning hate
07. The seed is rising
08. Die Rückkehr der tollwütigen Bestie
09. In Jeraspunta