14.09.2011

Descending Darkness - Seelenruhe | 2011 | Ashen Productions / Self Mutilation Services | CD | Black Metal

Descending Darkness existiert bereits seit über zehn Jahren, doch ist es bisher nie zur Veröffentlichung eines Albums gekommen. 2008 wurde die überaus rohe und extreme Demo Gevatter Hein wiederveröffentlicht und 2009 kam dann ein Rehearsaltape sowie die MCD Blutrausch heraus, ehe es nun mit Seelenruhe das erste Vollalbum gibt. Von der Rehearsal haben es auch einige Titel aufs Album geschafft, was sich sehr gut anhört, da der Klang natürlich wesentlich besser ist. Wenn man Descending Darkness kennt, weiß man womit man es hier zu tun hat. Stilistisch hat sich im Grunde nichts getan, die Österreicher spielen so extrem und hasserfüllt wie eh und je. Auch anno 2011 gibt es hier keinen Black Metal für zart besaitete Gemüter. Stattdessen strotzt das Album nur so von Terror, Verderben und Schlachtenlärm!

Die Lieder sind schnell, dreckig und laut, es gibt auch keinen glasklaren Klang oder irgendetwas aufhübschendes. Dies sorgt naturgemäß dafür, dass es viele Leute geben wird, die Seelenruhe grässlich finden und hassen werden, aber eben auch, dass es viele geben wird, die hierin den wahren Black Metal finden. Decending Darkness bleibt sich treu. Auf Blutrausch gab es erstmals einen leicht thrashigen Einschlag, den man ab und zu, bei bestimmten Riffs, auch auf Seelenruhe findet. Selbst für melodische Riffs ist man sich nicht zu schade, wie man unter anderem in Leid hören kann. Leid ist für die Verhältnisse von Descending Darkness eine geradezu liebliche Nummer mit melodischem Saitenspiel und einer eher schleppenden Rhythmik, was Descending Darkness wirklich gut hinbekommen hat, zumal es auch hier phasenweise Raserei gibt. Mein Lieblingslied ist allerdings Schlachtgedanken. Es ist dreieinhalb Minuten lang und besteht nahezu vollständig aus Raserei, pfeilschnellen Riffs und krankem Geschreie. Einfach großartig!

Seelenruhe steht der EP Blutrausch in nichts nach, gefällt mir auf die Dauer sogar noch etwas besser. Auch wenn Schnelligkeit und Lautheit im Vordergrund stehen, gibt es Abwechslung, sowohl rhythmisch als auch melodisch. Hierbei bin ich angenehm von den langsameren und melodiebetonten Parts überrascht, die sich sehr gut anhören. Aber das feine Gespür für gute Melodien ist ja genau genommen keine Neuigkeit, gute Melodien gab es auch früher, nur vergisst man dies leicht, da Descending Darkness diese im lauten und extremen Black Metal versteckt und tarnt. Wer von Descending Darkness bisher kein Fan war, wird es hiermit sicherlich auch nicht werden, obgleich Seelenruhe womöglich den Einstieg am ehesten erleichtert. Wie dem auch sei, Seelenruhe ist kompromisslos, laut, aggressiv und ungeschönt, so wie Black Metal sein sollte.


9/10
Aceust

01. Totenreich
02. Misanthropic sociopath
03. Abschied
04. Leid
05. Breath of death
06. Schlachtgedanken
07. Seelenruhe
08. Spiegel meiner Seele III

http://www.descending-darkness.net/
http://www.ashenproductions.net/
http://www.myspace.com/selfmutilationservices

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