21.10.2010

Horncrowned - Casus Belli Antichristianus | 2009 | Ketzer Records | CD | Black Metal

Casus Belli Antichristianus heißt das taufrische, dritte Album von Kolumbiens Extremisten Horncrowned. Bereits der Vorgänger Satanic Armageddon fiel in erster Linie durch konsequentes Geknüppel und satanische Militanz auf. Das war ganz nett, aber noch nicht vollends überzeugend. Das neue Werk steht seinem Vorgänger in Sachen Christenfeindlichkeit und aggressiver Geschwindigkeiten in nichts nach.

Der Anfang, der mit Outbreak of War gemacht wird, ist sehr stattlich. Die ersten 90 Sekunden fungieren als ruhige instrumentale Einleitung, ehe dann das Ungemach in der Form von monströser Raserei über den Hörer hereinbricht. Fortan entwickelt sich Outbreak of War aber zu einem dynamischen, abwechslungsreichen Titel, der verschiedene flotte Tempi und eine Vielzahl an Riffs bereithält. Selbst ein Soli fehlt nicht und auch kurzweilig ist eine atmosphärische Passage zu hören. Überhaupt ist Casus Belli Antichristianus insgesamt ein überraschend riffbetontes Werk, was angesichts der ständigen Raserei schon sehr beachtlich ist, zumal die Gitarren nicht einfach und monoton gespielt wurden. Es werden präzise Riffs abgefeuert und auch das eine und andere Soli lockert die rigorose, zerstörerische Atmosphäre auf. An Militanz und aggressiver Brachialgewalt dürfte Casus Belli Antichristianus nur schwer zu überbieten sein. In dieser Hinsicht muss man die Fähigkeiten der vier Musiker auch anerkennend erwähnen, da das Material fehlerlos und einwandfrei eingespielt wurde. Ein bisschen könnte man Horncrowned auf dieser Scheibe mit Marduks „Nightwing“ oder „Panzer Division Marduk“ Alben vergleichen. Kompromisslos schneller und kriegerischer Black Metal. Allerdings ist die Klangproduktion bei den tiefen Tönen von Casus Belli Antichristianus nicht so mächtig wie bei Marduk, zudem ist er auch noch etwas steriler und kälter als bei Satanic Armageddon ausgefallen.

Horncrowned schlägt mit Casus Belli Antichristianus in dieselbe Kerbe, wie drei Jahre zuvor schon mit Satanic Armageddon. Atmosphärisch und stilistisch sind sich beide Alben also sehr ähnlich. Auf Casus Belli Antichristianus ist das Material zwar etwas anspruchsvoller und das Gitarrenspiel besser, dafür fehlt dem Schlagwerk im Klang die Dominanz, wie sie auf dem Vorgänger noch zu hören war. Aufgrund der klanglichen Defizite, die fehlende Wärme und Durchschlagskraft, gibt es leider auch einen Punktabzug. Nach dem starken Auftakt mit Outbreak of War flacht das Album etwas ab. Dies liegt aber vor allem in der Stilrichtung als solche begründet. Wer immer aus allen Kanonen feuert, ständig schnell, rasend und aggressiv spielt, klingt in den einzelnen Liedern einfach per definitionem ähnlich. So ergeht es nicht nur Horncrowned. Trotzdem ist das Album alles andere als schlecht. Man muss einfach Lust auf ein solch musikalisches Inferno haben, dann zündet Casus Belli Antichristianus auch.


6/10
Aceust

01. Outbreak of war
02. Lucifer's flamethrower horde
03. Diabolical indoctrination
04. Point zero
05. Anticlericalism
06. Casus belli antichristianus
07. Defeated christ
08. Goat's troops conquers

http://www.horncrowned.com/

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