28.10.2010

Fyrnask - Fjǫrvar ok benjar | 2010 | Eigenproduktion

Anders als die Namensgebung vermuten lässt, handelt es sich bei Fyrnask um eine deutsche Gruppe die mit Fjǫrvar Ok Benjar das erste Demo herausgebracht hat. Für ein Demo ist Fjǫrvar Ok Benjar ein opulentes Machwerk mit einer Länge von 57 Minuten und es kommt als pro CDR im DigiPak. Es könnte sich genauso gut um ein Album handeln, zumal das Material einen guten Eindruck macht und hinter Fyrnask einzig und allein ein gewisser Fyrnd steht.

Musikalisch geht die Reise in Richtung atmosphärischen Black Metal mit Ausflügen in den Ambient. Obwohl ich bekanntermaßen kein Freund von Einklängen bin und diese meist nach wenigen Sekunden überspringe, gefällt mir die sphärische und düstere Einleitung von Fjǫrvar Ok Benjar sehr gut. Es sind apokalyptisch anmutende, ruhig gespielte Gitarrenklänge und eine Flüsterstimme zu hören. Eigentlich nichts Besonderes aber allein die Klänge der Gitarren sind überaus stimmungsvoll und entzückend, da ist die Kürze von knapp drei Minuten beinahe schon tragisch.  Auf diesen überaus gelungenen Auftakt folgt das über neun Minuten dauernde Diese Asche, in dem sich kalte Raserei mit langsamen und riffbetonten Passagen abwechselt. Ähnlich verläuft auch Inn I De Dypene. Dieses Schema funktioniert auch ganz gut da Fyrnask ein gutes Händchen für Melodik hat. Die atmosphärischen, melodischen Abschnitte sind stets stimmungsvoll und überzeugend, was man dann auch sehr gut in Forderver den Første Vanndråpen oder Interludium demonstriert bekommt, wo es feine, gut und sauber gespielte Klargitarre zu hören gibt. Schnelligkeit, Eiseskälte und Grimmigkeit gerät aber auch im übrigen Material nicht in Vergessenheit. Vor allem das rhythmisch abwechslungsreiche Licht setzt hier gute Akzente, da es Fyrnd hier besonders gut gelungen ist, Melodik mit Raserei und Härte zu vereinen. Bevor Fjǫrvar Ok Benjar dann irgendwann sein Ende findet überrascht Fyrnd mit A Thousand Winters To Come. Zunächst ist es ein ruhiges und schwermütiges Lied, in dem auch Klargesang zu hören ist der sogar überzeugend und stimmig vorgetragen wird. Doch der darauf folgende, abwechslungsreiche und schnelle Part mit tollen, überraschend dommig und rockig wirkenden Riffs, weiß dann noch mehr zu begeistern.

Fjǫrvar Ok Benjar ist eine sehr ansprechende Demoveröffentlichung, die vor allem sehr starke atmosphärische Anteile besitzt. In Sachen Melodik und Atmosphäre hat Fyrnask alles richtig gemacht und lässt für die Zukunft auf großes hoffen. Die harten, schnellen und kalten Elemente sind allesamt solide aber noch nicht immer formvollendet. Wer sich für atmosphärischen, düsteren Black Metal begeistert, sollte sich Fjǫrvar Ok Benjar auf keinen Fall entgehen lassen.

01. Vos qui transitis...
02. Diese Asche
03. Inn I de dypene
04. Forderver den første vanndråpen
05. Licht
06. Interludium
07. Tre og tegn
08. A thousand winters to come
09. Fjǫrvar ok benjar
10. Exitus

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