21.07.2012

Dantalion - Return To Deep Lethargy | 2012 | Unexploded Records | CD | Black Metal

Die Galicier von DANTALION bleiben sich in jeglicher Hinsicht treu. Seit 2006 bringt man im Zweijahresrythmus ein neues Album heraus und auch stilistisch verändert man sich wenig. So reiht sich das vierte Album Return To Deep Lethargy also brav in die Reihe der bisherigen Werke ein. Der Black Metal von DANTALION war schon immer geprägt von dunkelatmosphärischen und leicht melodischen Kompositionen. Auf Return To Deep Lethargy ist dies nicht anders. Dem vierten Album liegt eine latent schwelende Melancholie zugrunde, die sich musikalisch aber auch lyrisch niederschlägt, wie man bereits unschwer an den Liednamen erkennen kann.

DANTALION gehört zu jener Sorte von Gruppen, die überzeugen, obwohl sie im Grunde nur wenig spektakuläres offerieren. Die Musik von DANTALION ist sehr homogen, sehr stimmig und im Detail wenig auffällig. Die Alben, so auch das aktuelle, kommen sämtlich ohne große Momente aus, die auf dem ersten Blick etwa überraschend, anders oder herausragend wären. Trotzdem gelingt es DANTALION, und dies ist die Kunst, die sie beherrschen, überdurchschnittliche Musik mit einer gewissen Tiefe zu erschaffen, und so gibt es dann durchaus große Momente, die man jedoch erst mit dem zweiten, dritten oder gar vierten Blick erkennt. Die Lieder von Return To Deep Lethargy wirken extrem rund, stimmig, überlegt und professionell. Die Gitarrenriffs sind zwar melodisch, aber niemals zu sehr, die ständige Präsenz der Melancholie ist zwar allerorts spürbar aber niemals zu übertrieben. DANTALION wissen genau was sie tun, jedes Riff, jedes Break, jeder Wechsel sitzt perfekt, ist punktgenau und deshalb gut. Es geschieht dabei leicht, zu glatt und abgeklärt zu wirken, doch auch diesem Malus können DANTALION wiederstehen. Trotz seiner professionellen Umsetzung wirkt das vierte Album nicht kantenlos und identitätslos. Die atmosphärisch-melancholischen Stücke zeugen von einem gußeisernen Stil den DANTALION von Anfang an verfolgen. Im direkten Vergleich zum Vorgänger All Roads Lead To Death wirkt das neue Album viel schwermütiger aber auch weitaus runder. Das Hauptaugenmerk liegt diesmal ganz eindeutig auf den dunkelatmosphärsche Arrangements, sodass es harsche oder brutale Ausbrüche kaum noch gibt. Und hierin unterscheidet sich das vierte Album dann doch von den drei Vorgängern. Tempo gibt es zwar, aber wohldosiert und dezent, nicht als Kontrast oder aufbrechendes Element, wie auf den Vorgängern. Die Schnelligkeit und Härte wurde diesmal stimmiger und unauffälliger, auch mit mehr Bedacht und deshalb effektiver, eingesetzt und platziert.

Auf der einen Seite mag Return To Deep Lethargy anfänglich vielleicht ein langweiliges Album sein, doch dem ist nicht so. Klanglich, spielerisch und atmosphärisch ist es ein sehr gutes Album, bisher sogar das beste von DANTALION überhaupt. Meiner Meinung nach wurde die Gruppe bisher ohnehin maßlos unterschätzt, vielleicht ändert sich dies ja nun. Verdient hätten sie es in jedem Fall. Return To Deep Lethargy ist ein absolut rundes und in sich stimmiges Album, das sehr geschickt mit den Facetten von Schwermut und Melancholie spielt, ohne irgendein ausgelutschtes Klischee zu bedienen. Wer jetzt gespannt ist das Album zu hören, muss sich allerdings gedulden, denn die Veröffentlichung ist erst für den August geplant. Vorfreude ist aber die schönste Freude, und freuen kann man sich auf dieses qualitativ hochwertige Album definitiv!


8,5/10
Aceust

01. Pain and lethargy
02. Onward to darkness
03. Until my time comes
04. The arrival of silence
05. Ode to nothingness
06. The end of the path
07. Murder (Katatonia Cover)

http://www.dantalionband.com/

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