05.08.2014

Uitzichtloos - Nevelmasker | 2014 | Sturmglanz / Vacula | CD | Black Metal

UITZICHTLOOS sind eine noch junge Gruppe aus den Niederlanden, die mit „Nevelmasker“ jüngst ihr Debütalbum veröffentlichten. Der Bandname sowie das Cover vermitteln vielleicht den falschen Eindruck, es hier mit depressivem Black Metal zu tun zu haben. UITZICHLOOS spielen vielmehr rauen und riffbetonten Black Metal, der oftmals langsam ist und durch einen markanten Gesang auffällt.

UITZICHTLOOS gehen dabei sehr konsequent vor. „Nevelmasker“ ist vom Anfang bis Ende ein sehr homogenes und gleichförmiges Album, auf dem es keine Experimente und Spielereien und nur wenige Veränderungen gibt. Das Tempo ist oft und gerade am Anfang langsam, es gibt vornehmlich Variationen, die sich zwischen schleppend und mittelschnell bewegen. Rhythmisch gibt es erst in der zweiten Hälfte des Albums Abwechslung. Dafür befindet sich das Gitarrenspiel im Mittelpunkt des Geschehens. UITZICHTLOOS spielen nahezu permanent melodische Riffs und harmonische Melodien, ohne sich dabei jedoch in Gefrickel zu verlieren. Das Gitarrenspiel wirkt oft bedächtig und ruhig, UITZICHTLOOS scheinen in der ersten Hälfte des CD auf gar keinen Fall zu viel von sich Preis geben zu wollen. Manchmal drängt sich in mir der Verdacht auf, die Band folgt dem Motte „weniger ist mehr“ und dies muss in jedem Fall eingehalten und umgesetzt werden. Jedenfalls wirken die teils unauffälligen und langen Stücke so auf mich. Es ist manchmal so, als würde man sich selbst einen Maulkorb verpassen. Eine Ausnahme stellt hier „Hoop, uitgesteld verdriet“ dar. Es ist ein Lied, in dem UITZICHTLOOS etwas mehr von sich und ihrem Können zeigen. Die Harmonien und Arrangements sind etwas aussagekräftiger und satter. Dabei unterscheidet sich das Lied nicht sonderlich vom Rest, doch hier offenbaren sich in kleinen Dosen wunderbare Melodien, unauffällig zwar, aber berührend und durchdringend. Dies korreliert mit einer etwas treibenden und scheppernden Passage, die garstig wirkt, was das Lied insgesamt aufwertet und interessant macht.

Mit dem kurzen Reißer „Oog van de Duivel“ schrauben UITZICHTLOOS das Tempo zwar hoch, läuten die  abwechslungsreichere zweite Hälfte ein, und versuchen räudig und rotzig zu klingen, doch das gelingt nur mäßig. Dafür sind die Riffs bei dem höheren Tempo nicht schmissig genug und dem Schlagwerk fehlt die nötige Präsenz. Ebenfalls durch etwas mehr Tempo ist „Tussen Elfenbank en Heksennest“ geprägt. Das Schlagwerk hämmert polternd und stampfend und verdrängt ein wenig das Gitarrenspiel, während der raue Keifgesang ziemlich präsent daher kommt. Hier wirken UITZICHTLOOS teilweise wütend und erbost, was minimalistisch aber gut rüber kommt. Im abschließenden „Uwe Majesteit“ wechseln UITZICHTLOOS auch schnelle monotone Parts mit langsamen Passagen ab, wobei das melodische Gitarrenspiel stetig zu hören ist. Primitivität, Hässlichkeit und Melodik gehen hier nebeneinander einher, was manchmal gut funktioniert, aber nicht immer.

Die Intention von UITZICHTLOOS lässt sich erkennen, der Ansatz den die Niederländer verfolgen wird deutlich und der ist gar nicht mal schlecht. Man möchte dezente Melodik mit ehrlicher und kompromissloser Rohheit verbinden und dabei grimmig und rotzig sein. Allerdings hapert es noch etwas an der Umsetzung. Die Ideen sind da, nun müssen sie noch etwas an der spielerischen Umsetzung (vor allem am Schlagwerk gibt es noch Steigerungsbedarf) sowie den Melodien arbeiten. Der erste Schritt ist getan und nun muss man schauen, ob und wie sich UITZICHTLOOS entwickeln werden. 

1. Nevelmasker
2. Kweldergeest
3. Hoop, uitgesteld verdriet
4. Penetrante Lijkenlucht
5. Oog van de Duivel
6. Treurwilg
7. Tussen Elfenbank en Heksennest
8. Uwe Majesteit

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