02.08.2014

Rimruna - Frostbann | 2014 | Eigenproduktion | CD | Black Metal



RIMRUNA ist ein Projekt von Hiverfroid und Wintergrimm, die auch zusammen DRENGSKAPUR betreiben. Vor wenigen Wochen ist das Debütalbum „Frostbann“ erschienen, zuvor gab es noch eine limitierte Demokassette Namens „Wintarfluoh“.

„Frostbann“ ist vollgepackt mit kaltem und grimmigen Black Metal. Bereits die gut gespielte Akustikgitarreneinleitung versprüht eine winterlichte Atmosphäre und erinnert nebenbei ein wenig an „Min Hyllest Til Vinterland“ von SATYRICONS Split mit ENSLAVED. Doch richtig gut wird es dann mit dem nachfolgendem „Erkaltet“, dessen melodisches aber dreckiges Eingangsriff schon mal aufhorchen lässt. Recht bald entwickelt das Stück volle Fahrt und RIMRUNA rasen grimmig dahin. Die Gitarren erklingen kalt und leicht melodisch, während das Schlagwerk nur so hämmert und peitscht. „Erkaltet“ ist aber nicht nur rasend, es gibt auch langsame und atmosphärische Passagen mit klaren Melodien.

Recht schnell wird das vielfältige Songwriting deutlich. Rhythmisch und harmonisch ist „Frostbann“ ein sehr reichhaltiges Album. Obwohl der Black Metal rau, grimmig und kalt ist, haben RIMRUNA ihren Kompositionen einen immensen Detailreichtum verpasst. Es gibt eine Vielzahl an Riffs, Melodien und rhythmischen Variationen. Das Tempo ist zwar häufig sehr hoch, aber niemals überbordend monoton. Es gibt zwar sehr dezidierte Passagen rasender Aggression, doch selbst diese sind durch feines und vielfältiges Spiel am Schlagwerk wahrlich nicht plump. Und trotz der Komplexität wirkt das Ganze geradlinig und direkt. Es ist RIMRUNA großartig gelungen, grimmige Wut mit Melodik und viel Härte zu kombinieren. Manchmal erinnert mich das Zusammenspiel von melodischem Riff und grimmig krächzendem Gesang an BILSKIRNIR, andernorts erinnern die Zwei mich dann atmosphärisch an norwegische Gruppen. Trotz allem klingen RIMRUNA letztlich eigenständig. Warum man RIMRUNA neben DRENGSKAPUR betreibt, bleibt jedoch offen. Stilistisch sind sich beide Gruppen ähnlich, obgleich es im Detail sicherlich Unterschiede gibt. Grimmig und kalt sind beide, aber vielleicht sind RIMRUNA partiell etwas dreckiger, härter und aggressiver. Es gibt auf „Frostbann“ den einen und anderen Part, der bitterböse, brutal und hasserfüllt klingt. Andererseits gibt es aber auch auf „Frostbann“ ruhige und atmosphärische Klänge und auch „Der Urgewalten Werk“ von DRENGSKAPUR kann rigoros und heftig sein.

Wie dem auch sei, „Frostbann“ ist ein rundum gelungenes, ansprechendes und überzeugendes Album. Lediglich ein, zwei Lieder wirken womöglich etwas zu sehr in die Länge gezogen, doch darüber kann man ob der Qualitäten getrost hinweg sehen. „Frostbann“ ist ein erstklassiges Album, nicht nur spielerisch und musikalisch, auch der Klang ist sehr gut, vor allem das Schlagwerk möchte ich an dieser Stelle hervorheben, da es schön kräftig zur Geltung kommt.


1. Aus den Wolken herab
2. Erkaltet
3. Frostbann
4. Winters Macht
5. Eisiger Sturmwind
6. Aus dunklen Tiefen
7. Die Sage vom ewigen Eis
8. Weiße Weiten

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