18.08.2014

Moloch - Die Isolation | 2014 | Desire Records | Vinyl | Black Metal




Die Diskographie MOLOCHS sieht sehr beeindruckend aus. Auf Discogs sind 82 Veröffentlichungen des ukrainischen Einmannprojekts gelistet. Ein weiterer Eintrag wird das in Kürze erscheinende Vinylalbum „Die Isolation“ sein. Es wird neun Lieder umfassen, von denen lediglich zwei Titel Ambient enthalten, was mich natürlich freut, so haderte ich auf früheren Veröffentlichungen doch immer mit dem Ambient aus dem Hause Moloch.

Aber selbstverständlich fungiert das Eröffnungslied als minimalistische Ambient-Einleitung, ehe dann schleppend mit dem Lied „Depressive Visionen eines sterbenden Horizonts“ der Black Metal seinen Lauf nimmt. Es ist ein ruhiges Lied, welches durch grell gestimmte, verzerrte Gitarrenmelodien und verschieden sprechende Stimmen bestimmt ist. Melancholisch und schwer ist dieser Einstieg ins Album und es wird auch atmosphärisch nicht besser werden. „Die Isolation“ ist ein düsteres und depressives Album, das stellenweise an die alten Sachen von BURZUM erinnert.

Die Musik MOLOCHS kommt ohne Effekthascherei aus. Es ist vielmehr ein ruhiges und dezentes Album. Das Spiel an den Gitarren ist ruhig, die rau-grellen Melodien breiten bestimmend einen schweren Mantel der Dunkelheit aus, während der entrückte Gesang, der mal mehr mal weniger eindringlich kreischend und emotional ist, innerste Verstimmungen ausdrückt. Am besten gefallen mir auf „Die Isolation“ die langsam gespielten Gitarren, deren ruhige Melodien eindringlich sind und mich klanglich als auch atmosphärisch ein wenig an „Suicidal Emotions“ von ABYSSIC HATE erinnern. Den Klang empfinde ich grundsätzlich als sehr gelungen. Die Produktion ist einerseits klar, andererseits aber auch rau. Die Instrumente kommen differenziert zur Geltung, wobei die Gitarren wie erwähnt grell und rau klingen und das Schlagwerk dumpf und scheppernd im Hintergrund trommelt.

Musikalisch bin ich positiv von MOLOCH überrascht. Zwar gab es auch früher schon das eine und andere Black Metal Lied, mit dem mich der Ukrainer anzusprechen vermochte, jedoch fremdelte ich mit dem mir bekannten zumeist. Mit dem Album „Die Isolation“ gibt es nun eine gelungene Genre-Veröffentlichung, die mich vor allem des minimalistischen Aufwands,  der Unaufgeregtheit und der dezenten aber guten Melodik wegen überzeugt. Allerdings empfinde ich das letzte Lied „Abgrund meines Wesens“ als überflüssig. Es ist 22 Minuten lang und besteht aus – für mich – langweiligem, sphärischen Ambient. Da wäre das Akustikgitarrenstück „Nebelwald“ zuvor die bessere Ausleitung gewesen.


A1 Das Uralte verweilt dazwischen
A2 Depressive Visionen eines sterbenden Horizonts
A3 Sterben unter der Blässe der Unvermeidlichkeit
A4 Die letzten Strahlen der Sonne verblassen in der Kälte der Apathie
A5 Wo der Winter unaufhörlich schlägt
A6 Das Leben ist wie ein verwundeter Vogel der langsam vom Himmel fällt
A7 E.Khu
B1 Nebelwald
B2 Abgrund meines Wesens

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