23.02.2013

Stilla - Till Stilla Falla | 2013 | Nordvis | CD | Black Metal

STILLA ist eine neue Band die sich aus P. Stille (BERGRAVEN), A. Vidhall (DERANGED), A. Pettersson (ARMAGEDDA) und J. Marklund (DE ARMA) zusammensetzt. Das Ziel dieser Zusammenkunft war es, den Geist einstiger Größen wie ISVIND, TULUS, KVIST oder auch OLD MAN’S CHILD fortzuführen, allerdings mit bestechender Eigenständigkeit. In gewisser Weise stimmt dies auch, denn der Stil den STILLA auf ihrem Debüt fahren, ist eigenständig und zugleich auch eigenwillig. Till Stilla Falla ist ein enorm vielschichtiges, komplexes und verdammt riffbetontes Album.

Die ersten Resonanzen zu dieser Veröffentlichung sind überaus positiv, Till Stilla Falla wird beinahe überschwänglich gefeiert. Dies kann ist ich in keinster Art und Weise nachvollziehen, denn mit dem doch schon grimmigen Black Metal der ersten Alben der oben genannten Gruppen haben STILLA nicht viel zu tun. Till Stilla Falla ist ein verschachteltes Werk, auf dem das Gitarrenspiel extrem vordergründig und extrem lebendig zu hören ist. Dabei werden aber keine eisigen, düsteren oder apokalyptischen Melodien gespielt, stattdessen ist oft nur stetes, flackerndes Gefrickel zu hören, was mich stark nervt. Dieses Gefrickel ist zwar nicht immer zu hören, doch oft und wiederkehrend. Hinzu kommt eine komplexe, abwechslungsreiche Struktur, viele Tempo- und Harmoniewechsel, die meinen Genuss zusätzlich erschweren. Ja, es gibt eine Stelle, da fühle ich mich an TULUS erinnert und andernorts, wenn ein Choral zu hören ist, erkenne ich auch etwas von OLD MAN’S CHILD, doch es fehlt jedwede majestätische Grimmigkeit von KVISTS For Kunsten Maa Vi Evig Vike oder jegliche lärmende Rohheit von ISVINDS Dark Waters Stir. Vielleicht bin ich begriffsstutzig aber Till Stilla Falla schafft es nicht, den einstigen Geist des nordischen Black Metals in einer Weise zu verkörpern, die den genannten Bands gerecht wird. Es gibt zwar kleine Hinweise zu den besagten Bands und Stilen, doch in einem verschwindend geringem Maße, was angesichts der eigenwilligen Eigenständig lediglich zur Randnotiz wird.

Till Still Falla ist deswegen zwar nicht automatisch schlecht, bzw. wird dadurch  nicht schlechter als es ist, aber das Versprechen wird nicht eingelöst.  Dafür ist das Album zu technisch, doppelbödig und progressiv. Für mich entwickelt das Album zu keinem Zeitpunkt eine unheilvolle, böse und düstere Atmosphäre. Dunkle Stimmungen gibt es gleichwohl, aber eher auf eine melancholische und obskure Art und Weise, wie man sie von Pettersson öfters zu Gehör bekommt.

Till Stilla Falla ist moderner Black Metal der immer wieder kurzweilig alte Größen anerkennend grüßt, aber in der Summe sehr eigen ist. Man muss in jedem Fall eine Neigung für komplexe Strukturen und eigenwillige Melodien mitbringen. Mir ist das Album viel zu überladen und aufgrund der in mir geweckten Erwartung auch enttäuschend.

01. Tidlösa Vindar
02. Aldrig Döden Minnas..
03. Askormen
04. Hinsides Dagen
05. Allt är Åter
06. Till Stilla Falla

http://www.nordvis.com/

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