20.02.2013

Einsamtod - Einsamtod | 2012 | EZ Produktionen | CD | Black Metal

Hinter EINSAMTOD verbergen sich zwei Slowaken die auf dem selbstbetitelten Debüt wunderbar stimmungsvollen sowie dezidiert rohen Black Metal zum Besten geben. EINSAMTOD spielen Black Metal, der hervorragend Gegensätze höchst wirkungsvoll in sich vereint. Einerseits sind die langen Lieder durch Dunkelatmosphäre und melodischer Schwermut gezeichnet, andererseits und zeitgleich aber auch von Hass und klanggewordener Misanthropie durchdrungen. Der Klang der Gitarren, der extreme Kreischgesang, die Spielweise, all das sind Merkmale des Black Metals, wie viele Gruppen ihn vor etwa zehn, fünfzehn Jahren auf zahlreichen Demos und Alben spielten. Es gibt eine Menge Bands an die EINSAMTOD hier erinnern. Wenn es langsam wird und die stark verzerrten Gitarren grell und rau sowie langgezogen ertönen, fühle ich mich stark an die erste Demo von MIGHTIEST erinnert, welche 1995 erschien. Ebenso gibt es aber auch Parts, in denen das Gitarrenspiel an Rasluka II und Geliebte des Regens von NARGAROTH oder in schnellen, aggressiven Passagen an LUGUBRES Anti-Human Black Metal oder CORPUS CHRISTIIS Tormented Belief erinnert. Das sind sehr unterschiedliche Gruppen, deren Alben an die ich hier erinnert werde, schon viele Jahre zurückliegen. Und obwohl diese Gruppen so unterschiedlich sind, haben sie einen spezielle Stimmung, eine Geisteshaltung gemeinsam, die sich auch in Einsamtod wiederfinden lässt.

Es ist einfach wunderbar wie großartig EINSAMTOD desolate, depressive Klangpassagen mit bedingungsloser Aggressivität und blinder Wut kombinieren und abwechseln. Das Album ist nicht einfach nur schwermütig oder depressiv sondern immer auch unter einer gewissen Spannung stehend, die sich dann in sehr harschen und heftigen Ausbrüchen entlädt. Dazu passen der raue und rohe Klang sowie der extreme Keifgesang einfach perfekt. Die Strukturen der Lieder sind währenddessen eher einfach und überschaubar, was den Effekt und was die Stimmung meiner Meinung nach hervorragend abrundet und betont. Da stört es auch überhaupt nicht, dass das Schlagwerk programmiert wurde und sich der Rhythmus überaus simpel, zweckmäßig verhält. Manchmal sind die einfachen, reduzierten Dinge wesentlich aussagekräftiger und wirkungsvoller als komplexe, anspruchsvolle und verschachtelte Gebilde.

Einsamtod ist ein wunderbares Album welches den rauen, desolaten und misanthropischen Geist früherer Tage in sich birgt. Wer raue, eindringliche und fesselnde Atmosphären und Stimmungen mag, ist hiermit bestens beraten. Für mich ist das Album jedenfalls ein echtes Juwel und somit auch ein Geheimtipp.

01. Freezing end
02. A vision of ancient sorrow
03. Dying shadows
04. Journey through a land forlorn
05. Endless pain (Night's fall)

http://www.myspace.com/samosmrt

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