03.03.2014

Ravenfrost - Agonies Of The Past | 2014 | No Remorse Records/Narbentage Produktionen/Tridroid Records | CD/Kassette/Vinyl | Black Metal/Doom Metal



Das saarländische Einmannprojekt RAVENFROST existiert seit 2006 und hat vor wenigen Tagen das Debütalbum Agonies Of The Past veröffentlicht. Zuvor gab es allerdings einige Demos und Splits. Musikalisch versucht sich RAVENFROST in depressivem Black Metal der mit etwas Doom Metal durchmischt wird.

Tatsächlich lässt sich feststellen, dass es wesentlich mehr Einflüsse gibt. Agonies Of The Past ist ein Werk, welches sich nicht wirklich einer engstirnigen Sparte zuordnen lässt. Das Album ist sehr abwechslungsreich, ja sogar die einzelnen Lieder sind teilweise sehr vielschichtig. Nur eines haben alle Passagen und Lieder gemeinsam: die latente dunkelatmosphärische Ausrichtung. Insofern stimmt das mit dem depressiven Black Metal.

Gesanglich führt mich der Anfang von What Doesn’t Kill You Makes You Weaker jedoch zunächst in die Irre. Die ersten Worte erklingen extrem harsch und verzerrt und erinnern mich an schlechten, rohen und harschen DSBM von vor zehn Jahren. Doch das täuscht und das Stück entwickelt sich fort, gerade auch gesanglich. Es gibt auf dem gesamten Album sehr unterschiedliche Gesangsstimmen zu hören, die nicht nur extrem verzerrt sind (war sogar selten ist) sondern oft auch eher dunkel, erdig und kehlig, was dem Gesang eine gewisse Ernsthaftigkeit und Melancholie verleiht.

Nicht nur der Gesang kündet von Melancholie sondern auch das harmonische und melodische Konstrukt. Agonies Of The Past ist strukturell ein ruhiges Album, welches auf langsamen Rhythmen fußt und neben den Gitarren als melodisches Instrument auch auf klassische Streichinstrumente zurückgreift um melancholisch und atmosphärisch zu wirken. Diese gibt es nämlich neben einem Piano in The Roots Unearthed zu hören, einem düsteren und sehr doomigen Lied, in dem es eigentlich kaum Black Metal zu hören gibt.

Agonies Of The Past ist ein interessantes und eigenständiges Werk, welches nicht nur melancholisch sondern auch düster ist. Mir gefällt es zudem besser, wenn RAVENFROST den Black Metal einstellt oder zurückfährt und sich mehr auf düsteren Doom konzentriert. Under The Surface ist ein Lied, welches eine beklemmende und verstörende Mischung aus Doom, Ambient und Noise darstellt und welches stimmungstechnisch sehr gut rüberkommt – wesentlich besser als der anfängliche Black Metal des ersten Liedes.

Allerdings leidet RAVENFROST daran, ein Einmannprojekt zu sein. Man erkennt und spürt dies an verschiedenen Dingen, die die natürlichen Begrenzungen des Einmannprojektes aufzeigen, welches nicht nur musikalisch sondern auch produktionstechnisch alleinverantwortlich ist. Das hört man deutlich, gerade wenn es schneller sowie härter wird und der Black Metal in den Vordergrund gerät. Dort ist die Produktion noch verbesserungswürdig und auch die Melodien hören sich nicht so überzeugend an, wie während der eher langsamen und doomigen Stücke und Passagen. Schlecht wird das Schaffen RAVENFROSTS dadurch nicht, aber es macht die Schwächen und Stärken deutlich. Die Schwächen liegen im schnelleren bzw. harschen Black Metal (Melancholic Maelstrom), wo es harmonische und rhythmische Defizite gibt, wobei das Lied aber auch gute Riffs besitzt. Dies führt mich zu den Stärken, nämlich den langsamen, düsteren und atmosphärischen Kompositionen (The Roots Unearthed, Under The Surface) die schon sehr stimmig sind und mich atmosphärisch ansprechen und überzeugen.

RAVENFROST ist ein unterstützungswertes Einmannprojekt mit Potenzial, allerdings muss RAVENFROST noch seinen Weg finden und die Schwächen verbessern und die Stärken weiter ausbauen.

http://www.ravenfrost.de/ 
http://ravenfrost.bandcamp.com/ 
http://noremorserecordseustore.bandcamp.com/ 
https://www.facebook.com/Narbentage 
https://www.facebook.com/TridroidRecords

1. What Doesn't Kill You Makes You Weaker
2. The Roots Unearthed
3. Under the Surface
4. Melancholic Maelstrom
5. To Envy the Nameless Dead

 

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