Nachdem mich die beiden Vorgänger Kampen Fortsætter und Sejr nicht so recht zu überzeugen vermochten, war meine Vorfreude und Neugier aufs aktuelle Album Hævn natürlich entsprechend gering.
Mit Et varsel om død beginnt Hævn ausgesprochen
gut und damit für mich auch überraschend. Dem metallischen Teil des
Liedes ist eine, von einem klassischen Streichinstrument gespielte,
Einleitung vorangestellt, bevor Angantyr schnell, grimmig und kalt einsetzt. In Et varsel om død
stimmt einfach alles. Geradliniges schnelles Spiel, welches von
eingängiger und einprägsamer Gitarrenarbeit begleitet wird, welche zwar
durchaus bis zu einem gewissen Grad melodisch ist, dabei aber nicht zu
harmoniebedacht ist. Zum Ende hin gibt es einen schleppenden und
angenehm rumpeligen Part, welcher den positiven Eindruck von diesem
gelungenen Auftakt zusätzlich wohlig abrundet.
Thulens ord führt diese ansprechende Haltung fort. Das
Lied beginnt augenblicklich sehr schnell, stampfend und eingängig. Die
anfängliche Härte wird von einer längeren schleppenden Strecke abgelöst,
die zwar im Stile Angantyrs leicht melodisch ist, doch ebenfalls und glücklicherweise nicht zu sehr in harmonische Gefilde abgleitet.
Baghold ist dann jedoch ein durchgehend schleppendes
Lied, welches phasenweise druckvoll und rumpelnd, andernorts aber auch
dunkelmelodisch vorgetragen wird. Dabei sind stellenweise sehr gute und
bedrückende Riffs zu hören. Doch insgesamt, über die Spieldauer von fast
neun Minuten, ist mit Baghold dann doch einen Tick zu harmlos.
Die melodische Komponente ist zwar durchaus dezent, doch versandet ihre
Atmosphäre einfach irgendwann im Nirgendwo.
Dezidiert eingängig und rasend schnell geht es mit Tågefolket weiter. Sowohl der Rhythmus als auch das Riffing sind in den ersten Minuten hochgradig eingängig, wodurch Angantyr
in dieser Phase des Liedes eine eisige Atmosphäre versprüht. Auf die
kalte Schnelligkeit folgt ein ruhiger und harmonischer Part, in dem
kurzweilig auch ein klarer chorartiger Gesang zu hören ist. Darauf folgt
wieder minutenlange Geschwindigkeit bevor das Lied in den letzten
Minuten erneut ruhig wird. Diesmal jedoch ist, wie schon im ersten Lied,
ein klassisches Streichinstrument zu hören, das nicht nur schön sondern
auch würdevoll klingt.
Räudig, schon ein wenig rotzig – in bester Darkthrone Manier – ist die erste Minute von Danermordet beschaffen. Leider wird diese fiese schleppende Spielweise nicht beibehalten und Angantyr
verliert sich in melodisch-harmonischem Gefiedel, welches mir ebenso
missfällt wie schon so oft auf den zwei Alben zuvor. Die Geschwindigkeit
nimmt in Danermordet zwar auch irgendwann zu, doch das macht
die Sache auch nicht besser. Darüber tröstet auch nicht der weitere
räudige und schleppende Part hinweg.
Fødslen og byttet ist ein vorwiegend langsames Lied mit langen atmosphärischen Strecken, die mich zuweilen ein wenig an Make a Change... Kill Yourself erinnern. Erst in den letzten Minuten des knapp zehnminütigen Liedes gibt es einen Geschwindigkeitsausbruch zu verzeichnen.
Doch das mit Abstand längste Lied folgt als letztes. Blod for blod liv for liv ist über 17 Minuten lang, wobei die letzten Minuten in ähnlicher Weise das Album ausklingen lassen, wie es mit Et varsel om død einleitend begann. Blod for blod liv for liv ist, wie schon Fødslen og byttet zuvor, ein eher ruhiges und atmosphärisches Lied, in dem sich Ynleborgaz Zeit nimmt für die harmonischen Arrangements.
Auch wenn mir nicht alles von Hævn gefällt, so muss ich doch feststellen, dass dieses dritte Album für mich das Beste von Angantyr
ist. Es sind zwar auch hier klar und deutlich die harmonischen und
melodischen Elemente enthalten, doch sind sie diesmal nicht mehr so
aufdringlich.
01. Et varsel om død
02. Thulens ord
03. Baghold
04. Tågefolket
05. Danermordet
06. Fødslen og byttet
07. Blod for blod liv for liv
http://www.angantyr.dk/
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