01.07.2013

Wintarnaht - Tôdhên Uoþal | 2013 | Obscure Abhorrence Productions | CD | Black Metal

WINTARNAHT wurde bereits 1997 durch Grimwald (IDHAFELS) unter dem Namen WINTERNIGHT gegründet. Doch zunächst kam es zu keiner Veröffentlichung so dass man das Projekt zu Grabe trug und erst Ende 2004 wiederbelebte. Es folgten dann 2007 die erste Demo und 2010 das Debütalbum Pestilenz, ehe man WINTERNIGHT dann 2012 in WINTARNAHT umbenannte. Einerseits wollte man sich mit der Umbenennung von diversen anderen Gruppen gleichen Namens abgrenzen, andererseits aber auch das Profil schärfen, da man fortan alle Texte in Althochdeutsch verfassen wird. So ist dann auch das zweite Album Tôdhên Uoþal (Sterbende Heimat) entstanden. WINTARNAHT entschieden sich dazu, die althochdeutschen Texte selbst zu verfassen und griffen dabei auf eine frühe, nicht normierte Schreibweise aus dem Jahr 750 zurück, was WINTARNAHT wohl von allen anderen Gruppen unterscheiden dürfte.

Musikalisch gibt es auf  Tôdhên Uoþal Black Metal mit dezentem Pagan Einschlag zu hören, wobei sich die paganesken Einflüsse auf bestimmte Melodien oder kurzweilige Klargesänge beschränken. Vorwiegend gibt es Black Metal mit gewissem Grimm und abwechslungsreichen Strukturen zu hören. WINTARNAHT kombinieren dabei dezidierte Rohheit und Geradlinigkeit mit heidnischer Melodik. Mir gefallen dabei besonders die eher grimmig und roh geratenen Passagen, wie etwa gleich im zweiten Lied Zi uualþan. Obwohl das Lied nicht besonders schnell oder hart ist, wirkt es sehr grimmig und böse, was den guten Riffs sowie dem ausdruckstarken und dualen Gesang geschuldet ist. Der Gesang von WINTARNAHT ist ohnehin ein sehr variables Schmankerl, Sänger Grimwald versteht es sehr gut, grimmige, hasserfüllte oder auch emotionale Gesangseinlagen darzubieten. Tôdhên Uoþal macht sowieso einen insgesamt sehr ausgewogenen Eindruck. Das Material ist zwar vielschichtig, doch dominiert weder Schnelligkeit und Härte oder paganeske Melodik. Wer es aber heidnisch mag, wird sich über die wiederkehrenden Klargesangspassagen oder Alamana Lioþ freuen. Alamana Lioþ wurde mit einer eigenes von WINTARNAHT nachgebauten alamannischen Leier des 6. Jahrhunderts eingespielt. Sehr interessant und gelungen finde ich das FALKENBACH Cover uuintarnaht, welches relativ grimmig und derbe ist.

Wer sich für heidnischen Black Metal sowie die althochdeutsche Sprache interessiert, ist mit Tôdhên Uoþal bestens beraten. Tôdhên Uoþal ist eine gute und abwechslungsreiche Scheibe, die grimmig und hart ist aber auch keine melodischen und ruhigen Klänge vermissen lässt. Zudem überzeugt auch die klangliche Produktion, die zwar sauber ist aber trotzdem eine angenehme und angemessene raue Atmosphäre vermittelt. Im Bereich des Black Pagan Metals sind WINTARNAHT sicherlich zu den besseren Vertretern zu zählen!

http://wintarnaht.bandcamp.com/
http://www.obscure-abhorrence.de/

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